Ende vergangenen Monats gab Microsoft den Termin für die Einführung der Xbox One auf dem asiatischen Markt bekannt. Nun hat sich der Entwickler American McGee in einem längeren Beitrag auf Facebook zu dem Thema geäußert. Wie der Macher dabei anmerkte, wird der Redmonder Hersteller zumindest in China mit seiner Next Generation Konsole nicht Fuß fassen können.

Der chinesische Markt ist bereits abgedeckt

Wie der Alice-Schöpfer in seinem Beitrag erklärt, ist die Xbox One, wie auch alle anderen Konsolen, längst auf dem chinesischen Markt erhältlich, da es schlicht und einfach keine wirksame Verkaufssperre gibt. Wer bei den Online-Händlern, wie etwa Taobao bestellt, bekommt die Konsole bereits wenige Tage später vor die Haustür geliefert. “Du kannst keinen Sand am Strand verkaufen”, schreibt McGee.

Der Set-Top-Box-Markt sei in China zudem bereits durch zahlreiche eigene Produkte gesättigt, die auch noch wesentlich günstiger erhältlich sind. Lokale Marken wie Xiaomi kontrollieren bereits dieses Geschäft und 99 Prozent der Streaming-Inhalte werden ohnehin über Mobile-Geräte und den PC konsumiert.

Piraterie, kulturelle Unterschiede und andere Hindernisse

Ein weiteres Problem sei die Piraterie. “Wenn man es nicht in China erlebt hat, dann hat man noch nichts gesehen. Es ist massiv, beeindruckend, und wird riesige Löcher auch in die besten Pläne für digitale Inhalte reißen”, erklärt der Macher weiter und merkt an, dass auch die kulturelle Unterschiede den Erfolg der Xbox One in China verhindern werden, weil Microsofts eigentliche Zielgruppe gar keine Zeit hat, mit der Konsole zu spielen.

Laut McGee konzentrieren sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 3 und 22 Jahren in der Regel verstärkt auf Schule und Studium, um ihre Chancen auf dem hart umkämpften chinesischen Arbeitsmarkt zu erhöhen. Und diejenigen, die studieren, haben kein Geld für eine neue Konsole.

Zuallerletzt sei da noch die Sache mit der Zensur, so McGee weiter. Konsolen, die außerhalb der Freihandelszone Shanghai auf den Markt gebracht werden, können nur Inhalte abspielen, die vom Kulturministerium freigegeben wurden, was dazu führen könnte, dass das Angebot an Spielen extrem klein ausfällt, womit nur der Weg über den Schwarzmarkt bliebe. Die chinesischen Spieler seien zudem gut informiert und greifen bei solchen Beschränkungen lieber auf einheimische Geräte zurück, womit man wieder bei dem Punkt mit dem Set-Top-Box-Markt wäre.


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Kommentare zu "Xbox One: Warum Microsoft laut American McGee in China mit der Konsole scheitern wird"

Klingt logisch, ich finde es sowieso sehr interessant wie westliche Firmen China einfach nur als weiteren Markt sehen und dort die gleichen Produkte platzieren wollen.

Im ganzen asiatischen raum funktioniert das meist nicht sehr gut was man so hört. Von daher glaube ich weniger das MS da jetzt wirklich groß Fuß fassen wird.