Über Kotaku bin ich heute auf einen wirklich interessanten Artikel gestoßen, der das Thema Online-Rollenspiele, ähnlich wie die Dokumentation „Nur ein Spiel“, auf eine ganz ungewöhliche Weise beleuchtet. Im Artikel, erschienen bei Salon, erzählt R. Kirk, wie ihr das Spielen von World of Warcraft mit ihrem Sohn dabei half, die nicht vorhersehbare Scheidung von ihrem Mann zu verkraften.

Die typischen Vorurteile

Zu Beginn ihrer Geschichte führt Kirk all die Vorurteile und Bedenken auf, die dir vielleicht nicht ganz unbekannt vorkommen: Leute, die berufstätig sind, alte Häuser besitzen oder gerade an einem Roman schreiben, sprich erfolgreich im Leben stehen, brauchen kein World of Warcraft! Spielt man ein solches MMORPG, bringt es einfach gar nichts. Am Ende kann man nur eine verdrehte Schulter und einen Sack voller virtueller Güter aufweisen, von denen man im wahren Leben absolut nichts hat.

Kurz und gut: Für Mütter, die fast 30 Jahre verheiratet und der Meinung sind, Videospiele seien nur unwesentlich harmloser als Kokain, ist WoW absolut nicht geeignet!

Meinungen können sich ändern

Und obwohl Kirk genau diese Meinungen vertrat, erkundet sie mittlerweile als Troll-Magier die Welt von WoW und hat es schon bis Level 21 geschafft. Wie sich ihre Meinung bezüglich Online-Spielen änderte? Durch die Scheidung von ihrem Mann!

Dieser eröffnete ihr völlig überraschend, er sei mit ihr nie glücklich gewesen und wolle eine jüngere Freundin. Kirk war vom einen auf den anderen Augenblick eine alleinerziehende Mutter. Sie berichtet, ihre 14-jährige Tochter ging mit der neuen Situation relativ gut um, ihr 9-jähriger Sohn hingegen konnte sich ein Leben ohne Mama und Papa nicht vorstellen und hatte furchtbare Angst, auch seine Mutter zu verlieren.

Als dieser dann World of Warcraft ausprobieren will, erlaubt es ihm Kirk und die beiden beginnen zusammen zu spielen. Dabei hilft sie ihrem Sohn zunächst nur dabei, den richtigen Weg zu finden, während er seinen Charakter durch die Welt bewegt. Ihr Sohn ist es dann letztendlich, der sie aus ihrer schlechten Stimmung, die sie zu verbergen versucht, herausholt, indem er sie voller Freude dazu auffordert, selbst einmal WoW zu spielen. Nun ist er es, der sie in den Arm nimmt und sie dabei unterstützt, die gefährliche Welt zu erkunden.

Schon bald fällt Kirk dabei auf, dass WoW sie unheimlicherweise oft an ihre aktuelle Lebenssituation erinnert. Wie ihr Charakter ist auch sie ganz auf sich allein gestellt und kann nur die Fähigkeiten nutzen, die sie hat und nicht die, die sie gerne hätte. An jeder Ecke begegnen ihr neue Gefahren. Diese bringen sie zwar manchmal zu Fall, sie rappelt sich aber jedes Mal wieder auf und spielt weiter.

WoW-Tipps für das wahre Leben

Am Ende ihrer Geschichte gibt Kirk 13 WoW-Tipps, von denen die meisten auf das wahre Leben angewendet werden können, wie z.B., dass Herausforderungen dir Erfahrung bringen, mit der du ein Level aufsteigst und mehr Energie bekommst. Oder dass man anderen Spielern bei Problemen helfen soll und mit etwas Glück in einer problematischen Situation selbst von anderen unterstützt wird.

Als abschließendes Fazit ihrer Geschichte sagt Kirk, sie habe es gehasst, ihre Kinder so verletzt zu sehen. Auf seine ganz eigene Art und Weise, nämlich durch ein Computerspiel, habe ihr Sohn sich aber trotzdem um sie gekümmert und ihr durch seine Umarmungen und seine Unterstützung seine uneingeschränkte Liebe gezeigt.

„I was never, really, alone. On many afternoons, a little boy carried me. (Ich war nie wirklich allein. An vielen Nachmittagen stützte mich ein kleiner Junge.)“


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