SpielebrancheDer Entwickler-Guru Warren Spector hat sich in einem umfangreichen Interview zum Thema Gebrauchtspiele geäußert und angemerkt, dass die Publisher mit ihren überhöhten Preisen die Verbraucher selbst dazu drängen, ihre Videospiele lieber bei Gebrauchthändlern als im Fachhandel zu kaufen, da der Großteil der Spieler sich Neuerscheinungen für 60 Euro gar nicht erst leisten kann.

Die Spieleindustrie ist selbst schuld

Wie der Deus Ex– Schöpfer im Gespräch mit dem renommierten Wirtschaftsmagazin Forbes klarstellte, ist die Spieleindustrie selbst an dem Dilemma schuld. Vor allem die Publisher würden mit ihren horrenden Preisen dafür sorgen, dass Spieler sich lieber an einen Gebrauchthändler wenden als das Spiel beim Release im Fachhandel zu erwerben. “Wenn wir unsere Produkte nicht so überteuern würden, wären Leute gar nicht erst dazu gezwungen, Gebrauchtspiele zu kaufen”, erklärte der Entwickler.

“Die Spieleindustrie redet immer davon, wie viel größer wir als die Filmindustrie sind und in Bezug auf den Umsatz sind wir es wahrscheinlich auch, aber meine Güte, ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich würde eine Menge Geld drauf verwetten, dass viel mehr Menschen den Film “Oben” am Startwochenende gesehen als Leute Call of Duty gespielt haben“, so der Macher weiter. „Und der Grund, warum unsere Spiele so viel Umsatz generieren ist, weil wir dumm genug sind, 60 Dollar für eine Box und 50 Dollar für einen Download oder Ähnliches zu bezahlen.“

Als „geschäftsschädigend“ empfindet Spector den Gebrauchtmarkt nicht. “Man braucht die Gebrauchtspiele, weil der Großteil der Menschen diese Preise gar nicht erst bezahlen kann. Sie kaufen und spielen einfach immer weniger Spiele. Und die Tatsache, dass da draußen mehr Leute Call of Duty, Halo und Deus Ex oder was auch immer als gebrauchte Version spielen – kommt schon, dass tut uns doch nicht weh.“

Gebrauchtspiele sind eine gute Werbung

Der Altmeister ist zudem der Meinung, dass Gebrauchtspiele für die Industrie eine großartige PR darstellen, da sie die Spielergemeinschaft aufbauen.

“Gebrauchte Spiele ermöglichen es aufgrund niedriger Preise mehr Menschen, insbesondere jüngeren Menschen, sich für ein Spiel zu begeistern. Das hält einige konventionelle Händler im Geschäft, das ist eine gute Sache. Und der Grund, weshalb es so allgegenwärtig ist, weil wir alles überteuern. Um ehrlich zu sein, jedes andere Medium erlaubt es. Man kann ein gebrauchtes Buch kaufen. Man kann gebrauchte Filme kaufen. Man kann gebrauchte CDs kaufen. Warum zum Teufel sind wir da anders? Ich habe kein Problem mit Gebrauchtspielen. Ich habe eine Menge Spiele gebraucht gekauft.”


PS: Folge uns auf Twitter oder abonniere unseren RSS Feed, um nichts zu verpassen!

Kommentare zu "Spielebrauche: Die meisten Menschen können sich die Preise gar nicht leisten – Warren Spector zum Thema Gebrauchtspiele"

Mal was sinnvolles von ihm wow. Aber ernsthaft das Problem sind nicht nur die Preise die für manche Leute zu viel sind. Sondern für mich ist es auch das was ich dafür geboten bekomme.
60 Euro für eine Halbherzige Fortsetzung die 5 Stunden Spielzeit birgt und total verbugt ist? Nein Dankeschön.^^