Das mit dem Urheberrecht ist immer ein etwas heikles Thema und auch die Betreiber der bekannten Streaming-Plattform Twitch.tv haben sich nun intensiv damit auseinander gesetzt. Die Folge: Seit Kurzem sind viele Stream-Aufzeichnungen stummgeschaltet. Mehr zu den Hintergründen dieser Maßnahme erfährst du hier.

So geht Twitch gegen VODs mit geschützter Musik vor

Wie Twitch in einem offiziellen Blog-Beitrag mitteilte, wird ab sofort in Zusammenarbeit mit Audible Magic eine spezielle Technologie auf der Plattform zum Einsatz gebracht, die laut Aussage des Unternehmens Streamern dabei hilft, dass Videos mit ungenehmigten Audio-Aufnahmen Dritter nicht gespeichert (also als Aufzeichnung angeboten) werden.

Mit Hilfe dieser Technologie werden bereits bestehende und zukünftige VODs in 30-Minuten-Blöcken gescannt und darin enthaltene Musik – sowohl InGame- als auch sonstige Hintergrundmusik – mit der Audible Magic Datenbank abgeglichen. Ist ein Titel dort als „Flagged Content“ hinterlegt, werden die kompletten betroffenen 30 Minuten der Aufzeichnung stummgeschalten.

Das Unternehmen betont allerdings auch, dass ein solcher Scan lediglich bei Aufzeichnungen vorgenommen wird. Live-Broadcasts sind davon nicht betroffen und es wird auch nicht vorkommen, dass Live-Content automatisiert stummgeschaltet wird.

Auswirkungen und Reaktionen

Massive Auswirkungen dieser Maßnahme zeigen sich bereits jetzt: Über Nacht wurden tausende VODs stumm, darunter auch die Aufzeichnung des großen Dota 2-Turniers The International 4 und offenbar sogar Twitch Weekly, die hauseigene wöchentliche Gaming-Show von Twitch.

Auf Reddit beschwerten sich mittlerweile bereits zahlreiche Spieler über diesen Schritt von Twitch. Einige rufen zum Boykott bzw. zu einem sofortigen Wechsel auf eine andere Streaming-Plattform auf. Abzuwarten bleibt, wie sich die Maßnahme tatsächlich auf die Zahl der Streamer und Zuschauer auswirken wird.

Warum geht Twitch diesen Schritt?

Offen bleibt die Frage, warum sich Twitch jetzt zu diesen extremen Maßnahmen entschieden hat. Im besagten Blog-Beitrag heißt es: „Wir respektieren die Rechte von Copyright-Besitzern und unternehmen diesen Schritt freiwillig, um dabei zu helfen sowohl Broadcaster als auch Copyright-Besitzer zu schützen“.

Möglicherweise hat auch die angebliche Übernahme von Twitch.tv durch Google (bisher noch nicht offiziell bestätigt) das Unternehmen zu diesem Schritt veranlasst. Ars Technica vermutet, dass man nun seine Copyright-Angelegenheiten in Ordnung bringen möchte.

Die Recording Industry Association of America (kurz RIAA) sehe wahrscheinlich wenig Sinn darin, Twitch zu verklagen – bei einem Twitch im Besitz von Google könne dies aber sehr viel lukrativer werden.


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Veröffentlicht in: News