Tomb Raider - First KillIn einem ausführlichen Interview ging die Autorin Rhianna Pratchett auf die Geschichte und das Gameplay von Tomb Raider ein. Dabei verriet sie, dass Laras Entwicklung von einer unschuldigen jungen Frau zu einer schießwütigen Heldin im Spiel etwas zu schnell passiert, was zu Gunsten des Gameplays allerdings unvermeidbar war. Auch auf den Erfolg der Original-Serie kam Pratchett zu sprechen.

Zugeständnisse zugunsten des Gameplays

Auch wenn die Entwickler von Crystal Dynamics sich sichtlich Mühe mit der Glaubwürdigkeit der Geschichte und der Entwicklung der Protagonistin gegeben haben, so geschieht der Übergang von einer blutigen Anfängerin, die sich nach dem ersten Mord fast übergeben muss, zu einer draufgängerischen Revolverheldin etwas zu schnell, wie die Autorin Rhianna Pratchett in einem Gespräch mit der Webseite Penny Arcade Report verriet.

Tomb Raider - Waffensammlung

Im späteren Verlauf des Spiels verfügt Lara über ein beachtliches Waffenarsenal…

Eben noch sichtlich mitgenommen, radiert Lara wenige Spielstunden später ganze Gegnerhorden in den actionreich inszenierten Gefechten aus. Das hätte Pratchett gerne langsamer gestaltet, muss jedoch eingestehen, dass dies in einem Spiel nicht funktioniert hätte. Sobald die Spieler eine Waffe im Spiel erhalten, dann wollen sie diese auch nutzen, man konnte also unmöglich einem Spieler die Waffe in die Hand drücken und ihn dann fünfzehn Minuten am Stück davon abhalten, diese einzusetzen. Um den Spielfluss zu erhalten musste der Übergang daher etwas beschleunigt werden.

Die Identifikation mit dem Charakter

Auch auf die Aufregung wegen eines angeblich angedeuteten Vergewaltigungsversuchs in dem auf der E3 2012 vorgestellten Trailer ging die Autorin ein und erklärte, dass man diese Szene nie so verstanden habe und sehr über die Reaktionen der Fans überrascht gewesen sei. Auch einige Vertreter der Fachpresse hätten sich auf das Thema gestürzt und etwas daraus gemacht, was niemals stimmte, um das Thema unnötig anzuheizen, heißt es seitens der Autorin.

Tomb Raider In den Händen der Plünderer

Diese Szene sorgte bei der Erstvorstellung auf der E3 2012 für Aufregung auf Seiten der Fans..

Pratchett, selbst passionierte Spielern, konnte die Reaktionen der Spieler jedoch sehr gut nachvollziehen. Die Beziehung, die Spieler mit ihren Spielfiguren eingehen, sei einzigartig. Sie würden sich in ihre Figuren hineinversetzen und die schützende Reaktion sei daher verständlich, sagte Pratchett. “Ich würde nicht soweit gehen zu sagen, dass jeder Spieler Lara beschützen wollen würde, aber sicherlich viele Spieler, mich eingeschlossen, den ich fühle mich als wäre ich Lara. Ich bin Raz in Psychonauts und ich bin ein Tauren-Druide in World of Warcraft.”

Opfer des eigenen Erfolges

Mit der Figur Lara Croft kam die Autorin bereits im ersten Tomb Raider in Berührung. So hat Pratchett den rasanten Erfolg der Spielreihe und die damit verbundene Sexualisierung der Heldin miterlebt, die vor allem außerhalb der Spiele verstärkt durch die breiten Medien stattfand.

Tomb Raider - Originalreihe

Die Brüste der Protagonistin wuchsen mit dem Erfolg mit…

Beim dritten Teil der Spielserie stieg die Autorin daher als Spielerin aus. “Ich missbilligte die Art, wie sie durch die breiten Medien übersexualisiert wurde. Nicht unbedingt durch die Spiele, aber durch die Medien um sie herum.  Im Prima Strategy Guide gab es Lara z.B. auf jeder freien Seite in erotischen Posen. Sie wurde zu einem Art Pinup und das überschattete die Spiele für mich. Sie wurde in gewisser Weise ein Opfer ihres eigenen Erfolgs“, so Pratchett.

„Als ich zum ersten Mal von Crystal Dynamics kontaktiert wurde, dachte ich, ich müsste alles durchspielen, aber sie haben eigentlich genau danach gesucht. Ich hatte Kenntnis von Lara Croft, ich hatte eine Vorstellung von ihrem Hintergrund, aber ich war nie durch das Gefühl, dass ich alles, was davor kam einhalten musste, belastet”, erklärte Pratchett. “Sie wollten einen Neuanfang, sie wollten ein unbeschriebenes Blatt und sie wollten einen Schriftsteller, der das liefern konnte.”

Das komplette Interview kannst du bei Penny Arcade Report lesen!


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Kommentare zu "Tomb Raider: Story, Gameplay und Identifikation mit dem Charakter – Autorin Rhianna Pratchett im Interview"

Ja drei war dann auch mein ende und ich habe jetzt auch erst wieder reingeschaut in diesem Teil. Und ich muss sagen ich bin immer noch mehr als nur positiv überrascht.
Lara kommt sehr glaubwürdig rüber und die ganze Welt passt perfekt Hut ab also vor dem Spiel