Mit The Elder Scrolls Online schwimmt ZeniMax gegen den Strom und möchte bei seinem ersten Online-Rollenspiel entgegen den aktuellen Trends nicht auf ein Free2Play-, sondern auf ein Abo-Modell setzen. In einem aktuellen Artikel des US-Wirtschaftsmagazins Forbes kritisiert der Journalist Paul Tassi diese Entscheidung und geht hart ins Gericht mit den Entwicklern.

Das Abo-Modell ist ein Fehler

In seinem Artikel, den er unter dem Titel „Die Vorhersage des größten Videospiel-Desasters 2014: The Elder Scrolls Online“ veröffentlichte, merkt Tassi an, dass das Konzept eines Online-Spiels im Elder Scrolls-Universum schon von Beginn an keinen Sinn machte. Dabei zieht Tassi Star Wars: The Old Republic als negatives Beispiel heran. Auch dort habe man gedacht, mit einer großen Lizenz mit dem Thronkönig World of Warcraft konkurrieren und eine monatliche Gebühr verlangen zu können. Mittlerweile ist der 200 Millionen teure Titel Free2Play und fristet als Nischen-Produkt sein Dasein.

Ein Abo-Modell sei nach Ansicht von Tassi ein Fehler, denn trotz eines großes Namens und einer plattformübergreifenden Veröffentlichung werden die monatlichen Gebühren von 15 US-Dollar viele Spieler abschrecken. Für Spieler mit wenig Zeit ist dieses Modell wenig attraktiv und auf den Konsolen sind solche Methoden noch nicht mal etabliert. Die Abo-Gebühr wird das Publikum für ESO daher auf die treuesten Fans der Franchise reduzieren.

“Ich bin mir nicht sicher, ob es Arroganz ist, zu glauben, die Menschen würden die Elder Scrolls Reihe so sehr lieben, dass sie 60 US-Dollar für eine Retail-Box hinblättern und dann noch 180 US-Dollar pro Jahr bezahlen, um ESO spielen, aber es ist zumindest ein schlechter Geschäftssinn”, so Tassi.

Blind gegenüber Veränderungen?

Als Reaktion auf Tassis Artikel hat ein MMO-Entwickler eine Tabelle veröffentlicht, welche beweisen soll, dass MMOs nach wie vor monatlich um die 100 Millionen US-Dollar Umsatz generieren und somit weiterhin rentabel sind. Tassi sieht darin jedoch keinen Beweis, da die Abo-Titel, die sich finanziell gelohnt haben, allesamt noch vor 2007 veröffentlicht worden sind. Eben in der Zeit, wo sich ein Titel aufgrund von mangelnder Konkurrenz und ohne alternative Bezahlmodelle problemlos etablieren konnte.

Heute verlieren Spiele wie World of Warcraft kontinuierlich Spieler, weshalb ein Abo-Modell nicht mehr sinnvoll ist, schon gar nicht, wenn man den Titel auf den Konsolen etablieren möchte. Selbst Titel wie Der Herr der Ringe Online, die mit einem Abo-Modell begannen, bieten es heutzutage nur noch optional an und sind ansonsten Free2Play.

Was denkst du? Macht ZeniMax mit dem Abo-Modell einen Fehler? Sollte das Spiel eher mit einem Free2Play-Modell veröffentlicht werden? Oder sind Tassis Befürchtungen übertrieben?


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