Deutsche Telekom - LogoNach der Ankündigung der Telekom, das aktuelle Flatrate-Modell für Neukunden ab Anfang Mai 2013 zu sperren und durch volumenbegrenzte Tarife zu ersetzen, erntete der Telekommunikationskonzern nicht nur massive Kritik seitens der Verbraucher, sondern auch von einigen verärgerten Vertretern der IT-Branche. Nun hat sich das Unternehmen erneut zum Thema geäußert.

Keine Einsicht in Sicht

Wie Telekom-Sprecher Philipp Blank in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärte, würde die kommende Änderung den durchschnittlichen Kunden gar nicht einschränken. Es seinen lediglich drei Prozent der Kundschaft, die ein Datenvolumen von mehr als 30 Prozent verursachen. “Das bedeutet für die Kunden, Lieschen Müller subventioniert bisher den ‚Heavy User’”, so Blank.

Den Vorwurf, Telekoms Pläne würden die Netzneutralität gefährden, weist der Sprecher ebenfalls zurück und merkt an, dass die Netzneutralität gerne mit einer Gratis-Internetkultur verwechselt werde. Die Netzneutralität besage, dass das Internet frei und offen sein soll und die Kunden sämtliche Dienste nutzen können sollen, was sie auch tun. Es besage nicht, dass diese Dienste kostenlos erfolgen müssten, erklärt Blank weiter.

Der Sprecher äußerte sich außerdem zum Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung zugunsten von Telekom-Paketen und erklärte, dass man bei den T-Entertain-Paketen deshalb auf die Volumenbegrenzung verzichte, weil man den Kunden nicht ein zweites Mal für ein bereits extra bezahltes Angebot zu Kasse bitte wollte.

Nicht der einzige Anbieter mit Volumenbegrenzung

Die Telekom scheint nicht das einzige Unternehmen zu sein, dass die Volumenbegrenzung einsetzt. Wie Spiegel.de in einem Artikel erwähnt, nutzen bereits andere Anbieter seit längerer Zeit solche Angebote, auch wenn diese im Vergleich zu Telekom noch harmlos erscheinen.

So hat Kabel Deutschland bereits im Mai 2012 eine Obergrenze von 60 Gigabyte pro Tag eingeführt. Wird diese überschritten, wird die Nutzung von Filesharing-Diensten und One-Click-Hostern auf 100 Kilobit pro Sekunde reduziert. Allerdings gilt diese Beschränkung nur für einen Tag und weitet sich nicht auf andere Online-Angebote aus.

Auch Freenet/1&1 bremst das Netz nach 100 Gigabyte im Monat auf 1.000 Kilobit pro Sekunde ab. Das geschieht allerdings nur beim Einsteigertarif. Kunden, die mehr als 20 Euro pro Monat für ihren Internetanschluss bezahlen, erhalten nach wie vor unbegrenztes Datenvolumen.

Andere Anbieter wie Unitymedia oder Vodafone haben aktuell keine Pläne, ihre Flatrate-Tarife zu ändern, behalten sich allerdings für die Zukunft vor, bei Bedarf mögliche Volumenbegrenzungen einzuführen.


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Kommentare zu "Telekom: Unternehmen weist Kritik an der DSL-Drosselung zurück"

Ja aber bei den anderen Anbietern ist das alles nachzuvollziehen. 60 Gigabyte pro Tag ist ja wohl mehr als ok. Und auch die anderen Anbieter sind ok. Es geht halt um Verhältnismäßigkeit und die Telekom hat diese Verhältnismäßigkeit komplett aus den Augen verloren.

Wer solche Schritte geht, der muss auch mit Kritik rechnen. Meiner Meinung ist diese auch gerechtfertigt. (http://www.wallstreet-online.de/aktien/deutsche-telekom-aktie)