Deutsche Telekom - LogoDass die Ankündigung der Telekom bezüglich der Abschaffung des aktuellen Flatrate-Modells keine Begeisterungsstürme auslösen wird, war sicherlich klar. Wie die aktuelle Äußerung von Viprinet zeigt, scheinen die Pläne des Telekommunikationsunternehmens nicht nur den Endverbrauchern zu missfallen. Auch die Routeranbieter sind alles andere als glücklich.

Die Begründung der Telekom ist hanebüchen

In seinem Statement bezeichnet Simon Kissel, Geschäftsführer des Routeranbieters Viprinet, die Gründe von Telekom, die Flatrate abzuschaffen, als hanebüchen. Es gebe in Deutschland gigantische Backbone-Überkapazitäten, weshalb der Datenverkehr sich in diesem Rückgrat des Internets zu Spottpreisen realisieren lasse. Die Pläne der Telekom, die Drosselung einzuführen, würden den Ausbau des deutschen Breitbandnetzes massiv gefährden und seien eine völlig unzulässige Wettbewerbsbehinderung zulasten der Verbraucher und des Marktes.

Wie Kissel weiter erklärt, liegen die wahren Kosten nicht beim steigenden Datenvolumen, sondern bei den Zugangsmedien. Die DSL-Wettbewerber müssen kräftig an die Telekom zahlen, um die vom Steuerzahler bezahlten und längst abgeschriebenen Kupferleitungen mit nutzen zu dürfen, was der Telekom stets Gewinne in Milliardenhöhe einbringt. Das Geld wird jedoch nicht in einen Ausbau der Zugangsnetze investiert.

VDSL-Vectoring und Zwangsmodems

Auch zur geplanten Einführung von VDSL-Vectoring äußert sich Kissel kritisch. Die Telekom wolle über dieses Vehikel die Kontrolle über die letzte Meile zurückbekommen, um Mitbewerber aus dem Markt zu drängen, so sein Vorwurf. Denn Vectoring kann nur funktionieren, wenn alle DSL-Anschlüsse in der Hand eines einzigen Anbieters liegen. Der ohnehin schon schwache Wettbewerb bei DSL-Zugängen wäre damit endgültig vernichtet.

Die im Januar gefällte Entscheidung der Bundesnetzagentur, dass der Netzanschluss eines Providers ab sofort nicht mehr die Telefondose, sondern das vom Netzbetreiber gelieferte Modem sei, verspreche zudem katastrophale Auswirkungen auf den freien Markt, so Kissel weiter. Dadurch habe die Telekom auch die Möglichkeit, dem Kunden vorzuschreiben, dass zukünftig nur die von ihnen gelieferten Modems am Anschluss benutzt werden dürfen, was ein absolutes Horrorszenario sowohl für den Endverbraucher als auch für die gesamte Branche der Modem- und Routerhersteller in Deutschland darstelle.

Den gesamten Beitrag kannst du auf der offiziellen Webseite von Viprinet lesen.


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Telekom: Routeranbieter Viprinet äußert sich kritisch zur geplanten Abschaffung der Flatrate"

Kommt davon wenn der Hauptdienstleiter für das Netz auch gleichzeitig Anbieter von Anschlüssen ist. Das da ein gewisser Interessenkonflikt besteht dürfte mehr als nur klar sein.
Und zu der Modem Geschichte, das gibt es mehr oder minder bei der Telekom schon. Wer VDSL haben will ist auf spezielle Router angewiesen. Diese müssen entweder sündhaft teuer gekauft werden, oder man nimmt den von der Telekom.
So und jetzt raten wir mal alle was die meisten Leute nehmen wenn es um das Geld geht.
Die Telekom hat eigentlich damit nur noch eins erreicht, dass die Leute noch mehr zu den Kabelbetreibern rennen als sowieso schon.
Im übrigen was ich sehr lächerlich finde ist das Congstar (eine 100% Tochter Firma der Telekom) eben nicht die Drosselung einführen wird. Das muss man mir echt mal erklären warum diese das bitte nicht tun.