Das deutsche Telekommunikationsunternehmen Telekom scheint dem öffentlichen Druck nachzugeben. Wie der Konzern auf der eigenen Webseite vermeldet, will man die neue Tarifstruktur, die ab 2016 greifen wird, entsprechend überarbeiten. Demnach soll die Reduzierung der Geschwindigkeit nicht mehr so drastisch ausfallen wie man es noch vor Kurzem geplant hatte.

Kundenfreundlichere Tarifstruktur

Nach der Ankündigung der Telekom im April dieses Jahres, man plane die Flatrates abzuschaffen und volumenbegrenzte Tarife einzuführen, hat das Unternehmen massive Kritik seitens Verbrauchern, IT-Experten und Fachanwälten erfahren. Daraufhin ruderte das Konzern zurück und gab bekannt, die Flatrate weiterhin gegen einen Aufpreis von 10-20 Euro im Angebot zu behalten.

Wenig später schalteten sich sowohl die Verbraucherzentrale NRW als auch das Bundeskartellamt in die Angelegenheit ein, um sicherzustellen, dass die Pläne der Telekom weder die Netzneutralität noch die Privatsphäre der Verbraucher gefährden.

Dies scheint offenbar Wirkung zu zeigen, denn wie man einer aktuellen Meldung auf der offiziellen Seite des Unternehmens entnehmen kann, will man die neue Tarifstruktur überdenken und die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 2 Mbit/s statt 384 Kbit/s festlegen. Wer also nach 2016 sein monatlich gebuchtes Volumen verbraucht, kann entweder zusätzliches Volumen gegen Aufpreis flexibel hinzubuchen, oder mit 2 Mbit/s weiter surfen.

Wie es im offiziellen Statement der Telekom heißt, will man damit “auf die Sorgen der Kunden reagieren”. Man habe in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit den Kunden geführt und ihre Sorgen verstanden, sagte Niek Jan van Damme, der Deutschlandchef der Telekom. Die aktuellen Änderungen gelten rückwirkend auch für die Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

Tarife für verschiedene Zielgruppen

Weiterhin heißt es, man möchte auch nach 2016 gegen Aufpreis Flatrates für die Vielnutzer anbieten, aber auch Tarife für Normalnutzer, Wenignutzer und Familien einführen, die im Preis deutlich günstiger ausfallen werden. Mit dieser Strategie will die Telekom möglichst viele Zielgruppen abdecken.

Laut Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland, war einer der größten Sorgen von Familien, dass man mit den bisher definierten Volumina in Zukunft nicht mehr auskommt. Angesichts des bestehenden Wettbewerbs möchte man diesen Sorgen Rechnung tragen und für alle Zielgruppen entsprechende Tarifpakete zu schnürren. Ins Detail wollte Hagspihl jedoch noch nicht gehen.

Auch in Zukunft möchte man den Durchschnittsverbrauch im Auge behalten und seine Angebote dementsprechend ausrichten. Für den weiteren Ausbau eines leistungsstarken Internets will man in den nächsten Jahren rund 6 Milliarden Euro ausgeben. Die Differenzierung der Tarife sei laut van Damme jedoch wichtig, um auch in Zukunft das in den Ausbau investiertes Geld wieder reinzuholen.


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Kommentare zu "Telekom: Kunden-Proteste zeigen Wirkung – Telekom lenkt bei Tempo-Beschränkung ein"

Ach jetzt geht es auf einmal ich dachte die Drosselung währe absolut unabdingbar.
Sieh einer mal an, ein weiterer Beweis für mich das es der Telekom nicht um die Infrastruktur oder so ging sondern wirklich nur eine versteckte Preiserhöhung in allen Bereichen. Sind wohl doch dann zu viele Kunden weggelaufen.