Vor Kurzem hatte ich die Möglichkeit, mir Strife, das neue MOBA der Heroes of Newerth-Macher, in Berlin anzuschauen und Probe zu spielen. Was das Spiel zu bieten hat und mit welchen Besonderheiten es aufwartet, erfährst du in dieser Preview!

Brauchen wir ein neues MOBA?

Strife - Der Held Carter in AktionAls Spieler, der schon eine Menge MOBAs in seinen Leben ausgiebig gespielt hat, stellt man sich natürlich als erstes die Frage: Braucht man noch ein weiteres MOBA-Spiel? Diese Frage habe ich mir auch mehrmals auf den Weg zur Strife-Präsentation gestellt.

Mein erste Gedanke dazu war: Eigentlich nicht… das war aber, bevor ich Strife antesten durfte! Nach der Präsentation und dem Hands-On denke ich doch etwas anders darüber.

S2 Games, die Entwickler von Strife, sind kein unbeschriebenes Blatt, haben sie doch mit ihrem Spiel Heroes of Newerth einen echten Erfolg hinlegen können.Und da liegt das Problem: HoN ist durchaus ein Erfolg, wird aber meist nur von den Hardcore-Spielern gespielt.Da ist es nur logisch, dass  S2 Games auch gerne die Spieler ansprechen möchte, für die HoN nichts ist.

Um HoN nicht zu verwässern, hat man sich also dafür entschieden, ein neues Spiel mit dem Namen Strife zu entwickeln. Doch ein einfacher Aufguss von HoN sollte das Spiel auch nicht werden, ergo hat man sich dafür entschieden, doch einiges anders zu machen.

Begleiter, Craften und Verzaubern

Eins möchte ich gleich vorweg sagen: Nur weil Strife mehr Fehler vergibt als es HoN tut, ist Strife immer noch sehr umfangreich. Der Anfang von Strife beweist das, denn bevor man mit dem Spiel loslegen kann, muss man sich erst einmal für einen Begleiter entscheiden. Zwar kann man nicht gleich alle sieben Begleiter auswählen, dennoch reichen die ersten drei schon, um einen zum Nachdenken anzuregen.

Jeder Begleiter bietet eine einzigartige aktive Fertigkeit und ein paar passive Fertigkeiten. Diese werden im Verlauf des Spiels immer mächtiger. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei Pokemon. Man schaltet immer mehr Begleiter über die Zeit frei und nutzt diese dann für bestimmte Helden, bei denen man glaubt sie würden einem Vorteile bringen.

Eine weitere Neuerung ist das Craften im Spiel und das Verzaubern. Beim Craften kann man die Items ändern, die benötigt werden, um ein starkes Item herzustellen, und beim Verzaubern kann man die Werte, die ein Item besitzt, verbessern. Die ganzen Materialien, die man dafür benötigt, bekommt man nach einer Runde Strife (gegen Bots oder Spieler) auf sein Konto gut geschrieben. Achtung: Es gibt keine Möglichkeit, diese Items zu kaufen! Diese bekommt man wirklich nur über das Spielen.

Generell muss man sagen, dass es nur eine Währung im Spiel gibt und das ist die Echtgeld-Währung. Diese kann man ausschließlich für das Kaufen von Skins und Farbpaletten für den Helden benutzen. Das bedeutet natürlich auch, dass alle Helden von Anfang an zur Verfügung stehen und nicht erst – wie zum Beispiel in LoL – gekauft werden müssen.

Ein Pfeil ins Knie dank dem Bogenschützen Rook

Nun aber zum Spiel! Ich selbst habe mich im ersten Spiel für Rook entschieden, einen Bogenschütze der Grauelfen. Dieser ist dank eines Enterhakens, den er auswerfen kann, ziemlich beweglich und kann in kurzer Zeit moderaten Schaden verursachen. Perfekt also für Leute, die einen mobilen Schadensverursache suchen.

Ist man im Spiel, kommt einem alles ziemlich vertraut vor, wenn man schon mal ein MOBA gespielt hat. Man kauft sich seine ersten Items und entscheidet sich für eine der drei Lanes oder den Dschungel.

Strife – Rook Teaser Trailer

Ein paar Sekunden später wuseln dann auch schon die PC-gesteuerten Brawlers (Diener) über die Karte und versuchen, den gegnerischen Turm einzureißen. Natürlich sind jetzt auch die gegnerischen Helden auf der Lane erschienen und man fängt an, sich zu bekriegen.

Das erste, was einem dabei auffällt, ist, dass das Gold unter den Spielern in der Lane aufgeteilt wird. Der zweite Spieler muss sich also auf der Lane mit Last-Hits nicht zurückhalten. Das Töten von eigenen Brawlers – wie es zum Beispiel in Dota und HoN der Fall ist – ist in Strife im Übrigen nicht möglich.

Dafür hat man aber auch wenig Zeit, denn die Angriffe auf die gegnerische Helden beginnen recht früh und dank der starken Manaregeneration kann man auch schon am Anfang recht viele Fertigkeiten benutzen, ohne sich Sorgen machen zu  müssen.

Sollte man dennoch vomLeben und Mana her etwas niedrig fallen, gibt es da einen Trick… Ist man rund 10 Sekunden aus dem Kampf, wird eine am Anfang starke Lebens- und Manaregeneration aktiviert. Das hört sich jetzt verlockend an, hat aber einen Nachteil: Man darf keine Last-Hits oder sonstige Kampf-Aktionen machen, da man sonst wieder im Kampf und die Regeneration futsch ist. Man sollte also versuchen, nicht zu tief beim Leben zu fallen.

Die stärkste Waffe im Spiel? Ein Affe!

Strife - Krytos greit einen Turm anHat man dann das Gold für sein erstes Item zusammen, muss man dieses nur in der Basis kaufen und sich dann von seinen ganz privaten Kurier bringen lassen. Lästiges Zurücklaufen entfällt also.

Anders als in HoN oder Dota ist dieser Kurier nur für dich gedacht und kann nicht getötet werden. Aber Vorsicht! Wenn du in einem Gebüsch bist und der Kurier dir deine Sachen bringt, kann der Gegner den Kurier ins Gebüsch laufen sehen. Der Überraschungsmoment wäre dann dahin.

Doch kommen wir zum Affen (namentlich Krytos). Dieser muss anders als in anderen MOBAs (Nashor in LoL, Roshan in Dota, Kongor in HoN usw.) nicht besiegt, sondern befreit werden. Das ist schwieriger als gedacht, denn die mächtige Hexe Cindara stellt sich eine, in den Weg und versucht dies zu verhindern.

Ist die Wächterin von Krytos besiegt, wird dieser frei gelassen und macht eine Minute später eine Lane unsicher, die die Spieler vorher über ein Menü ausgesucht haben. Nicht nur, dass Krytos massiven Schaden an den Türmen verursacht, er deaktiviert diese auch, so dass sie sich nicht verteidigen können. Und die Spieler unbedingt ran müssen, da man sonst verliert.

Interessant ist auch, was nach dem Spiel passiert. Je freundlicher du dich im Spiel benommen hast, desto mehr Belohnungen bekommst du! Kurz gesagt: Bist du der Meinung, immer der Böse sein zu müssen und deine Teamkameraden zu beleidigen, bekommst du keine Belohnungen mehr und dein Begleiter entwickelt sich zum Beispiel nicht weiter.

Fazit

Die Frage, ob die MOBA-Szene noch ein MOBA braucht, möchte ich hier mit einem deutlichen JA beantworten. Strife setzt viele Ideen um, die man in anderen MOBAs manchmal schmerzlich vermisst.

Für Neulinge wird es zwar immer noch eine Menge geben, das man lernen muss, aber so ist das nun mal bei MOBA-Spielen, das kann auch S2  Games nicht verhindern. Strife ist aber definitiv einen Blick wert! Die Idee mit den Haustieren ist großartig und dass Krytos nicht einfach nur einen Buff gibt, sondern eine richtige Einheit auf dem Schlachtfeld ist, macht das Spiel so interessant.

Auch das gewählte F2P-Konzept spricht mich an, in dem ich mir nicht erst alle Helden freischalten muss, sondern mein Geld für InGame-Skins verwenden kann, wenn ich das möchte.

Lust auf Strife bekommen? Auf der offiziellen Webseite des Spiels kannst du dich für die Closed Beta anmelden!


PS: Folge uns auf Twitter oder abonniere unseren RSS Feed, um nichts zu verpassen!