RIFT: Storm Legion kommt im Herbst 2012In einem ausführlichen Interview äußerte sich Scott Hartsman, ehemaliger Executive Producer bei Trion Worlds, zur aktuellen und zukünftigen Situation auf dem hart umkämpften Markt der MMORPGs. Hartsman, der sich in der Vergangenheit bereits für den Erfolg von Everquest 2 und RIFT verantwortlich zeichnete, hat einen Anstieg der Produktionskosten für die Studios prognostiziert.

Ein Wettrüsten, das niemand gewinnen kann

Wie der Macher in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Forbes erklärt, können die Entwicklerstudios nicht Schritt mit den wachsenden Erwartungen der MMO-Spieler halten, weshalb die Produktionskosten für ein MMORPG zukünftig in die Höhe schießen werden, um diese Erwartungen halbwegs decken zu können.

“Es gibt enorme Kostenhürden bei der Herstellung eines MMORPGs und der Markt ist überfüllt”, sagte Hartsman. “Können die Unternehmen die Erwartungen erfüllen, wenn die Kosten mit jeder MMO-Generation immer weiter steigen? Es ist ein Wettrüsten, das niemand gewinnen kann, die aktuelle Richtung ist nicht zukunftsfähig.”

Auswirkungen des F2P-Marktes auf das Abo-Modell

Laut Hartsman werden die aktuellen Veränderungen in der Branche auch einen Einfluss auf das Abo-Modell haben. “Das Abo-Modell war ein guter Weg, ein Online-Rollenspiel zu finanzieren, als MMOs noch eine Art Lifestyle waren, ein Hobby. Damals hatten die MMORPGs mehr Gemeinsamkeiten mit einem Spiel wie Golf”, so Hartsman. Inzwischen hat sich die Lage aber geändert. Die Spieler seinen nicht mehr länger dazu bereit, Gebühren für ein MMO zu bezahlen.

Die Abo-Modelle werden zwar nicht vollständig verschwinden, allerdings sei die Anzahl der Spieler, die bereit sind, für ein MMO monatlich eine Gebühr zu entrichten, bereits erschöpft, was nicht zuletzt an dem wachsenden Free2Play-Markt liege, der mit seinen Zahlungsmodellen einfach mehr Flexibilität biete. Außerdem habe sich das verfügbare Einkommen der Menschen im Vergleich zu früher geändert, erklärt der Entwickler. Rechnungen seien nun größer und es gebe mehr davon.

Flexible Geschäftsmodelle müssen her

Die heutige Einstellung der MMO-Spieler habe sich zudem im Vergleich zu früher geändert, meint Hartsman. “Die erste Generation der MMORPGs wurde von den Spielern dazu genutzt, Freunde zu finden. Nun bringen die Spieler all ihre Freunde von Spiel zu Spiel mit und diese haben unterschiedliche Vorstellungen über Beiträge, die sie zu zahlen bereit sind. Spieler, die viel Zeit haben, aber kein Geld ausgeben wollen, sind genauso vertreten wie die Spieler, die wenig Zeit haben und ihren Fortschritt mit Geld beschleunigen. Es geht nur darum, ein Geschäftsmodell zu finden, das fair ist und viele Spieler anspricht.“


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Kommentare zu "Spielebranche: Scott Hartsman über die Zukunft der MMORPGs – „Die aktuelle Richtung ist nicht zukunftsfähig”"

Sorry Hartsman, aber die Leute haben keine überdrehte Erwartungen. Sie wollen einfach nur Spiele die Spaß bringen und ein mehrere Möglichkeiten im Endgame anbieten, anstelle nur Raiden und Instanzen farmen. Dafür muss man nicht mal Millionen bzw. Milliarden aufbringen, siehe EVE.
Das viel größere Problem ist das Entwickler immer noch krampfhaft an einer Idee festhalten, egal wie schlecht sie ist. Und das gilt auch für Hartsman, man hätte das Addon bei Rift für etwas großartiges nutzen können doch man entschied sich für Buisnes as usual.