American McGees Alice ArtworkIn einem umfangreichen Interview sprach Entwickler American McGee (American McGee´s Alice, Bad Day L.A.) über das traditionelle Vertriebsmodell. Laut dem Entwickler verdiene das Modell es zu sterben, da es weder kundenfreundlich noch innovationsfördernd ist und in erster Linie nur die Publisher und die Konsolenhersteller bevorteilt.

Innovationslosigkeit dank Monopolstellung

Aus der Sicht der Publisher und Konsolenhersteller war das Modell laut McGee brillant, da es auf einem Konzept mit begrenzten Regalflächen basierte, was jedoch seit der Einführung der digitalen Distribution kein Argument mehr darstelle.

Im Gegenteil. Die steigenden Kosten für Marketing und Produktion haben viele kleine Unternehmen entweder ganz aus dem Geschäft verdrängt oder diese stark von großen Hits abhängig gemacht, was mitunter der Grund für dieInnovationslosigkeit ist, welche man in den letzten 20 Jahren auf dem Spielemarkt beobachten konnte.

„Alles entwickelte sich hin zu diesem Höhepunkt an Ausgaben für Marketing, gewaltige Teams, begrenzte Möglichkeiten für die Verbraucher und es ist ein Wettlauf in Richtung der denkbar schlechtesten Kombination von Dingen, die man sich von einer Industrie wünscht. Und das ist üblicherweise das, was passiert, wenn man ein Monopol hat.“

„Ich denke also, es ist ein Modell, welches es verdient hat zu sterben. Ich glaube, über die Jahre hätte es mehr Hass verdient als es von den Entwicklern und Kunden oder einfach von jedem bekam. Aber sie waren sehr effektiv darin, dafür zu sorgen, dass die Leute ihre Meister lieben“, so McGee.

PC und mobile Geräte sind die Zukunft

Er glaubt, dass vor allem der PC mit seinen digitalen Vertriebsmechanismen wie Steam in der Zukunft wieder mehr in den Vordergrund rückt und die mobilen Geräte letztendlich die Konsolen altmodisch erscheinen lassen werden, was die Monopolstellung der Konsolenhersteller und der Publisher beenden wird.

„Ich denke, dass das Konzept einer Konsole bald in Frage gestellt wird“, erklärt der Entwickler. „Letztendlich werden diese Dinger, die wir Handys nennen, aber kaum zum Telefonieren benutzen, irgendwann zu Konsolen. Und es wird eine Verschmelzung dieser Dinge und einen Wechsel geben, wenn das passiert. […] Die Kunden werden sich irgendwann fragen, warum sie dieses Gerät, das man weder selbst aktualisieren, ändern oder kontrollieren kann, überhaupt haben wollen sollten“.


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Kommentare zu "Spielebranche: PC und mobile Geräte sind die Zukunft – Interview mit American McGee"

Interessante Meinung vom Herrn McGee, leider waren jetzt seine Spiele nicht immer wirklich ausgereift, was auch nichts daran geändert hätte wenn es nicht die Monopolstellung einer Publisher gegeben hätte, obwohl wir hier eher von einen Angebotsoligopol reden müssten.

Dennoch teile ich seine Ansichten, das sich besonders dank Steam und Greenlight, so einiges ändern wird.