Chris HeckerChris Hecker sprach auf der GDC über die mangelnde Vielfalt in Computer-Spielen und den Einheitsbrei, der die Spiele-Industrie zur Zeit dominiert. In seinem Vortrag „The Dysfunctional Three-Way“ bezieht er sowohl Spieler, Presse als auch Entwickler ein, deren Beziehung untereinander komplett gestört sei.

Chris Hecker beschreibt, dass die Spiele, die Spieler spielen, über die die Presse berichtet und die Entwickler programmieren keinerlei Vielfalt bieten. Natürlich gebe es dabei Ausnahmen, diese blieben jedoch Ausnahmen, führt er in seinem Vortrag weiter aus.

Den gemeinsamen Nenner der Beteiligten nennt er „den Hunger nach Gleichheit“. So kauft der Spieler von heute immer wieder die gleichen Spiele, erwartet die gleichen Spiele, liest über die gleichen Spiele und spricht über die gleichen Spiele.

Bei der Presse findet Hecker den Missstand vor allem zwischen der Preview- und Review-Phase. Hier werde über Listen von Waffen, Zaubern und minimalen Änderungen von Oberflächen-Elementen berichtet, statt auf Wichtigeres zu achten. Weiter führt er die Review zu Black Ops als Beispiel an: Hier wurde von der Presse die Vielfalt des Gameplays hervorgehoben, während einer der Negativ-Punkte die kurze Kampagne war. Hecker fragt, ob ein Negativpunkt nicht eher sein müsste, „that you bought the same fucking game six months previously”?

Während sich nahezu jedes Entwickler-Studio auf die Fahne schreibt, genau die Spiele zu entwickeln, die sie sich selbst wünschen würden, stellt Hecker die wohl rhetorische Frage: „Könntet ihr euch nicht vielfältigere Spiele wünschen?“

Natürlich ist klar, so Hecker abschließend, dass weder die Menschheit noch die Entertainment-Industrie daran zu Grunde gehen werden. Das Problem sei nur, dass es einfach langweilig und eine Verschwendung von Potential ist.

Hier noch ein Mitschnitt der sehenswerten Präsentation von Chris Hecker:

GDC12 – The Dysfunctional Three-Way Rant

Mit dem Thema Einheitsbrei, vor allem in der MMO-Branche, beschäftigte sich auch Marcel in der letzten Ausgabe unserer Kolumne „Ausgespielt“. Welche Fehler hier in der Vergangenheit gemacht wurden und wer der zukünftige Hoffnungsträger sein könnte, erfährst du in „Ausgespielt: Die Zukunft der MMOs?„.


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Spiele-Einheitsbrei: Spieler, Presse und Entwickler sind schuld! #GDC"

Das gleiche Predige ich schon seit Jahren. Gut, dass es jemand jetzt auch in der Öffentlichkeit anspricht. Vielleicht kapieren die Entwickler dann auch das ihre x-te Auflage von Call of Hirntot einfach nur langweilig ist.

Mhh ich bezweifle leider son bisschen das irgend wer darauf hören wird so lange die Absatzzahlen stimmen. Aber das hatte ich ja auch schon mal in meiner Kolumne angesprochen das Thema.

Kann man den Mann bitte nen Orden geben? Jetzt müssen es nur noch die BWLer kapieren und dann werden wir wieder alsbald glücklich

Was laberten der CoD war doch mal voll geil!