Heavy Rain - Madison PaigeWie in jeder anderen Branche stellen neue Konzepte und Ideen auch in der Spieleindustrie stets ein finanzielles Risiko dar, das nicht jeder Entwickler oder Publisher einzugehen bereit ist. So werden stellenweise Jahr für Jahr Fortsetzungen bereits etablierter Marken produziert, ohne das jeweilige Genre voranzutreiben. Dads es auch anders geht zeigen Studios wie Quantic Dream.

Innovationen können rentabel sein

Auf dem diesjährigen Digital Dragons 2013 European Games Festival in Polen äußerte sich Quantic Dreams Vize-Präsident Guillaume de Fondaumiere zum Thema Innovationen und Rentabilität und erklärte, dass innovative Konzepte nicht zwangsweise finanziell erfolglos sein müssen.

Als Beispiel führte er den Titel Heavy Rain auf, der laut Fondaumiere in der Produktion gerade mal 16,7 Millionen Euro kostete. Zusammen mit den Marketingkosten investierte man insgesamt 40 Millionen Euro in das Projekt, welches Sony am Ende über 100 Millionen Euro einbrachte.

Wie Fondaumiere betonte, ist die Erschaffung neuer Spielerfahrungen durchaus eine Möglichkeit, den Markt zu erweitern. In seiner Rede forderte er die Spieleindustrie zu mehr Kreativität auf. Man solle aufhören, Jahr für Jahr immer nur Fortsetzungen zu produzieren oder stets die bereits etablierten Konzepte umzusetzen.

Letztendlich entscheide der Kunde, ob der produzierte Titel erfolgreich sei, man brauche jedoch auch Publisher, die bereit seien, Risiken einzugehen.

Risikobereite Publisher gefragt

Auf die Frage hin, wie um alles in der Welt er große Publisher wie Ubisoft, Electronic Arts und Activision dazu bewegen wolle, keine jährlichen Fortsetzungen mehr zu Assassin’s Creed, FIFA und Call of Duty zu produzieren, wenn sie damit die größten Gewinne in der Industrie verzeichnen, antwortete Fondaumiere, dass er gar nicht vor hätte, jeden einzelnen zu überzeugen, da ein Teil der Spieleindustrie sich immer auf Fortsetzungen stützten werde.

Dass das Melken eines Franchises jedoch nicht unbedingt risikofrei ist, beweisen laut Fondaumiere Spielserien wie Tomb Raider, die im Verlauf der Zeit immer weniger Spieler anzog. Man habe anschließend Jahre gebraucht, um einen neuen Teil zu produzieren, der für den Markt wieder attraktiv war.

Was Fondaumiere gerne sehen würde, sind Publisher, die bereit sind Risiken einzugehen und eine ausgewogene Balance zwischen neuen Produktionen und Fortsetzungen finden, was schlussendlich der Branche nur zugute kommen kann.

“Wir befinden uns heute in einer Krise. Wir sehen einen Markt, der einen Rückgang erfährt. Sicher ist die globale Wirtschaftskrise dran schuld, aber es gibt auch eine gewisse kreative Krise und diese ist zum Teil der Grund, weshalb einige Spieler immer weniger spielen”, so Fondaumiere.


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Kommentare zu "Quantic Dream: Innovationen müssen nicht unrentabel sein – Guillaume de Fondaumiere über die Rückentwicklung der Spieleindustrie"

Ganz ehrlich ich sehe die Wirtschaftskrise sich wenig bei Spielen auswirken. Klar es gibt ein paar Leute die jetzt weniger Spiele kaufen, aber ich glaube nicht das sich dies bemerkbar macht.
Was ich im übrigen ziemlich krass finde sind die Marketing ausgaben! Da hat das Marketing also in etwa, das Gleiche wie die Entwicklung gekostet und sogar noch ein bisschen mehr?
Krank, ich meine ist ja schön das Sony 100 Millionen damit gemacht hat aber ich Frage mich ob die Teure Marketingkampagne (von der ich nichts mitbekommen habe) wirklich so sinnvoll ist.
Es gibt doch genügend Spiele die ohne Kampagne eine Menge Geld gemacht haben.
Es ist also nicht nur eine Ideen-Kriese, die die Spielebranche momentan hat, sondern auch eine Marketing-Krise.

Tja da die großen Publisher dazu nicht bereit sind, muss man sich halt auf die kleinen Entwickler verlassen. Aber das sieht man ja nun schon seit Jahren kommen.
Bin schon gespannt was da noch so alles kommt, von den Großen Publishern kann man ja nichts mehr erwarten.