Dual-Shock 4 Wireless Controller - Lichtleiste obenAuf einer Präsentation in New York im vergangenen Monat hat der japanische Elektronik-Konzern Sony die Hardware-Spezifikationen der PlayStation 4 enthüllt. Nun scheinen sich einige Entwickler nicht ganz darüber einig zu sein, ob der neue Sony-Sprössling ein wahrer PC-Killer ist oder sich leistungstechnisch doch nur mit den mittelmäßig gerüsteten Low-End-Rechnern messen wird.

Avalanche Studios von der Hardware begeistert

Linus Blomberg, seines Zeichens Chief Technical Officer bei Avalanche Studios (Just Cause, Renegade Ops), ist von der Leistung der PlayStation 4 überzeugt und ist sich sicher, dass die neue Sony-Konsole “die meisten PCs” über Jahre hinweg hinter sich lassen wird.

Gegenüber der Webseite Gaming Bolt sagte Blomberg: “Der neue Konsolen-Zyklus ist aus einer Reihe von Gründen immer sehr spannend. Die Konsolen brauchen dringend einen Schub im Bezug auf die Leistung, da sie von den PCs seit mehreren Jahren überholt werden und außerdem Marktanteile an die mobilen Plattformen verlieren.”

“Hardwaretechnisch ist die PlayStation 4 nicht nur ein sehr leistungsstarkes Gerät für Spiele, sondern auch ein soziales Tool mit einem integrierten Marktplatz, was mehr an die erfolgreichen Mobile-Geräte erinnert.”, erklärte Blomberg weiter. “In gewisser Weise verbindet man das Beste aus allen Welten: Großartige Performance für das anspruchsvolle High-End-Gaming und ein gutes soziales Ökosystem mit Konnektivität und einem integrierten Marktplatz.

Besonders die verbauten 8 GB Arbeitsspeicher haben es dem Entwickler angetan. “Für die Avalanche Studios als Entwickler von Open World-Spielen ist es sehr spannend und es eröffnet uns viele neue Möglichkeiten. Es passt perfekt zu der Art von Spielen, die wir machen und wir sind zuversichtlich, dass wir die Open World-Spiele auf ein völlig neues Level heben können. Ich bin froh, dass Sony sich für 8 GB RAM entschieden hat, weil es bedeutet, dass die PlayStation 4 die meisten PCs in den kommenden Jahren hinter sich lassen wird”, so Blomberg.

Grasshopper Manufacture von sozialen Features überzeugt

Die sozialen Features der PlayStation 4 sorgen ebenfalls bei manchen Entwicklern für Euphorie. So auch bei Goichi Suda, seinen Fans vor allem als Suda 51 bekannt. Der Präsident von Grasshopper Manufacture schrieb in seiner Kolumne im Famitsu-Magazin, dass er sich vor allem auf Features wie Cloud Delivery freue, die es dem Verbraucher ermöglichen, mit seiner ID überall und von jedem PS4-Gerät aus auf seine Spiele zuzugreifen.

“Dass diese Art zu spielen Realität wird, ist bereits futuristisch genug. Aber darüber hinaus ist Cloud Saving als Standard-Praktik eine Evolution für sich”, so Suda. Sich Gedanken über die Zukunft der vorgestellten Features zu machen und daraus etwas Reizvolles zu erschaffen, sei sein Job als Game Designer, meinte der Entwickler weiter. “Sony zeigte auf dem PlayStation Meeting 2013 eine starke Vision. Jetzt müssen wir uns entscheiden, wie wir daraus unsere eigenen Erfolge schöpfen und Spiele präsentieren, die unsere Grasshopper-Welt ausdrücken.”

Nvidia rümpft skeptisch die Nase

Nvidias Senior Vice President of Content and Development Tony Tamasi ist von der PlayStation 4 higegen nicht sonderlich beeindruckt. In einem Gespräch mit der Webseite Techradar vergleicht der CEO die Hardware der kommenden Sony-Konsole mit der Leistung eines Low-End-PCs.

“Im Vergleich zu Gaming-PCs befinden sich die Spezifikationen der PlayStation 4 im Einsteigerklassen-CPU- und Einsteiger- bis Mittelklassen-GPU-Bereich”, erklärte Tamasi. “Wenn die PlayStation 4, wie Sony angegeben hat, im Dezember ausgeliefert wird, wird sie nur die halbe Leistung einer GTX680-GPU (basierend auf GFLOPS und Textur) bieten, die bereits im März 2012, also vor mehr als eineinhalb Jahren veröffentlicht wurde.”

Tamasi merkte auch an, dass Konsolen geschlossene Plattformen seien, die man nach wie vor nicht erweitern könne. “Was ihr heute im Bezug auf die Leistung geboten bekommt, ist etwas, das euch die nächsten fünf bis zehn Jahre begleiten wird. PCs haben diese Probleme nicht. Sie sind offen und ihr könnt sie jederzeit aufrüsten, um die Macht der neuen GPUs für mehr Performance zu nutzen und Vorteile aus der neueren, moderneren Grafiktechnologie zu schöpfen.”

Der Leistungsunterschied wird laut Tamasi vor allem zum Ende des Konsolen-Zyklus hin erneut deutlich werden. “Wenn die Geschichte die Zukunft diktiert, dann werden diese Konsolen der nächsten Generation, wenngleich sie sehr viel leistungsfähiger sind als die aktuellen Konsolen, schon sehr bald weit hinter den PC zurückfallen.”

Ob Tamasi das wirklich so meint wie er es sagt oder aus ihm nur der Ärger spricht, weil der Deal mit Sony an AMD und nicht Nvidia ging, ist schwer zu sagen. Gegenüber Gamespot sagte der Macher lediglich: “Ich bin sicher, dass es Verhandlungen gab. Und wir kamen zu dem Entschluss, dass wir das Geschäft nicht zu dem Preis abwickeln wollen, den diese Typen bereit waren zu bezahlen.”

Wie sich die neue Sony-Konsole letztendlich auf dem Markt schlägt, werden wir spätestens Ende 2013/Anfang 2014 erleben. Dann soll die PlayStation 4 auch bei uns im Handel erscheinen.


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Kommentare zu "PlayStation 4: PC-Killer oder doch nur Low-End-Produkt?"

Sowenig ich warscheinlich der neuen Konsole etwas abringen kann, so sehr hört sich das von Nvidia doch etwas nach beleidigten Kind an.
Grafik ist nicht alles wie die Wii damals bewiesen hat aber bei Sony ist es meist nicht nur die Grafik sondern auch die Ideen.

Naja, dass die neue Sony-Konsole “die meisten PCs über Jahre hinweg" hinter sich lassen wird, halte ich dann doch für etwas zu optimistisch….