Der taiwanesische Hersteller Foxconn, eines der weltweit größten Fertigungsunternehmens für elektronische Produkte, steht erneut in den Negativschlagzeilen. Eine der Fabriken in der chinesischen Stadt Xi’an ließ über 1.000 IT-Studenten des Xi’an Institute of Technology Sonys Next Generation-Konsole PlayStation 4 für einen Mindestlohn zusammenbauen.

Nachtschichten und Überstunden für IT-Studenten

Nach Angaben der Fabrik haben die Studenten angeblich “freiwillig” mitgearbeitet, jedoch fand Foxconn nach einer internen Untersuchung heraus, dass ihnen im Falle einer Arbeitsverweigerung wichtige Kurse nicht angerechnet worden wären, womit sie ihr Studium nicht mehr hätten abschließen können. Die IT-Studenten mussten zudem offenbar Nachtschichten schieben und Überstunden leisten.

Laut Foxconn habe man nach der Untersuchung “Sofortmaßnahmen ergriffen, um die Fabrik mit den Richtlinien und der Politik des Unternehmens in Einklang zu bringen.”

Der gleiche Job wie Foxconn-Arbeiter, nur für weniger Geld

Nach den Richtlinien des Unternehmens ist es Studenten oder Praktikanten nicht erlaubt, Nachtschichten oder Überstunden zu leisten, weshalb man die Betroffenen anschließend auch darüber aufklärte, dass sie das Recht haben, die Arbeit jederzeit zu beenden.

Doch selbst wenn sie nur tagsüber beschäftigt werden dürfen, ist der Nutzen solcher Arbeit für IT-Studenten zweifelhaft. Sie führen die gleichen Arbeiten aus wie bezahlte Foxconn-Arbeiter: Setzen die Teile zusammen, bringen Sticker an und schnüren die Pakete zusammen. Nach Angaben von Foxconn würden sie dabei einen Einsteigerlohn verdienen.

Sony äußert sich zu dem Vorfall

Sony hat sich mittlerweile zu dem Thema geäußert und sich von der Sache distanziert. Dabei verwies das japanische Unternehmen im Gespräch mit dem Online-Magazin Computer und Videogames auf die im Jahre 2005 vom Unternehmen festgelegten Richtlinien, die von den Herstellern die Einhaltung von Sonys Politik im Bezug auf Arbeitsethik, Arbeitsbedingungen, die Achtung der Menschenrechte, Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit erwarten. Laut Sony werden diese Richtlinien von Foxconn auch befolgt.

Das ist nicht das erste Mal, dass sich das taiwanesische Unternehmen gegen negative Schlagzeilen verteidigen muss. Im vergangenen Jahr räumte Foxconn ein, eine unbestimmte Anzahl an Praktikanten im Alter von 14-16 Jahren in einer chinesischen Fabrik beschäftigt zu haben. Neben Sony lassen auch Apple, Microsoft und Nintendo ihre Produkte bei dem Fertigungsunternehmen herstellen.


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Kommentare zu "PlayStation 4: Foxconn-Fabrik ließ die Konsole von IT-Studenten zusammenbauen"

Ist das nicht schön, da haben die Firmen endlich einen Hersteller gefunden den alles sc**** egal ist und wenn es jemand merkt kann man sich schön davon distanzieren und alles ist in Ordnung. Ich habe bisher keine große Firma erlebt die daraus Konsequenzen gezogen hat