Der Trailer, der im Rahmen des Sony-Events auf der diesjährigen E3 2013 präsentiert wurde, hat sicherlich dem einen oder anderen Fan Tränen der Nostalgie in die Augen getrieben. Der Mudokon-Sklavenarbeiter Abe ist zurück und wird bald erneut die Flucht aus RuptureFarms antreten. Xbox One-Käufer und Xbox 360-Besitzer werden dieses Abenteuer jedoch nicht erleben können.

Profitgier oder einfach nur Ignoranz?

Schuld daran ist nach wie vor die Veröffentlichungspolitik von Microsoft, die von den unabhängigen Independent-Studios verlangt, sich einen Publisher als Partner zu suchen. Und während sich Sony immer mehr für Indie-Entwickler öffnet, macht der Redmonder Konzern nach wie vor keine Anstalten, etwas an seinen strikten Regelungen zu ändern.

„Es gibt diejenigen, die nur auf die Profite des nächsten Quartals schauen. Und vielleicht tut einer dieser großen Jungs derzeit ausschließlich das”, versucht Lorne Lanning, Leiter des Entwicklerstudios Just Add Water, in einem Gespräch mit dem Online-Magazin Eurogamer, die sture Haltung von Microsoft zu erklären.

“Wenn sie die Welt auf diese Weise betrachten, haben sie die offensichtlichen, großen Titel. Diese werden die großen Umsatzträger sein. Wenn es dem Unternehmen rein um Profit, Profit und nochmal Profit geht, haben sie nur das vor Augen und sie blicken gleichzeitig auf die kleinen Leute und sagen ‘Oh, sie machen nur so und so viel Geld’. Sie sind nicht interessiert. Und es gibt da eine Partei, die es ziemlich deutlich macht, dass sie nicht interessiert sind”, so Lanning weiter.

Für kleine Entwickler nach wie vor keine Option

Wie Lanning verrät, hat er bereits mit Microsoft über eine mögliche Veröffentlichung von Oddworld: New ‘n’ Tasty gesprochen, allerdings ohne Erfolg. Bereits zuvor verbrachte das Entwicklerstudio 15 Monate damit, Oddworld: Stranger Wrath HD auf Xbox Live Arcade zu veröffentlichen, nur um am Ende abgelehnt zu werden und es sieht nicht danach aus, als würde man sich bei Microsoft bei dem aktuellen Remake mehr Mühe machen.

“Für die Xbox One haben sie uns eine Linzenz für Oddworld: New ‘n’ Tasty gewährt! Aber sie sagen nach wie vor, wir müssen uns einen Publisher suchen. Wir haben aber keinen Publisher und sind daher nicht offiziell auf der Plattform vertreten, obwohl wir kompatibel sind und obwohl wir dazu bereit wären. Punkt”, so Lanning.

Die ganze Situation bei Microsoft scheint die Indie-Entwickler einfach nur noch zu frustrieren. “Warum brauchen wir einen Publisher, wenn wir unsere Titel selbst finanzieren, unser eigenes Franchise erschaffen, dieses selbst verwalten und nahezu zwei Millionen Exemplare online, ohne kostenlose Downloads verkauft haben – Warum also? Was stimmt nicht mit uns?”, fragt sich Lanning weiter.

Bis auf Weiteres wird Oddworld: New ’n‘ Tasty also ausschließlich für PC, Mac, Linux, PlayStation 3, 4 und Vita, sowie für die Nintendo Wii U veröffentlicht. Das komplette Interview kannst du bei Eurogamer lesen. Den E3-Trailer zu Oddworld: New ’n‘ Tasty kannst du unter dieser Meldung anschauen. Viel Spaß!

Oddworld: New 'n' Tasty – E3 2013 Trailer


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Kommentare zu "Oddworld: New ’n‘ Tasty: Kein Release für Xbox One und Xbox 360 wegen Microsofts Veröffentlichungspolitik"

Kann ich sagen was da nicht stimmt. Das ist wie eine Bank, habt ihr ausfälle durch was auch immer will die Bank eine Sicherheit haben, in der USA ist es gerne das eigene Haus. So handelt es auch Microsoft, habt ihr Ausfälle und könnt irgendwas nicht zahlen will Microsoft einen Publisher haben der dann zur Not einspringt. Macht es das besser? Nein, das Verhalten von MS ist unterirdisch und erinnert mich sehr Stark an Sony. Sony hatte ein ähnliches Benehmen mit den Release der PS3 an den Tag gelegt. Und ja sie mussten den Preis dafür zahlen und haben scheinbar draus gelernt.

Es wird wohl Zeit das auch Microsoft diesen Weg geht. Vielleicht werden sie mit der nächsten Generation ja wieder besser. Aber wenn ich schon lese bei Patches müssen die Entwickler 10.000 Dollar zahlen dann rechne ich nicht damit. Das lustige ist ja die PR Abteilung bei Sony muss gerade in den Urlaub gegangen sein. Die werden sich eine riesige PR Masche zur E3 überlegt haben, dank Microsoft brauchten sie aber nichts der gleichen tun. Ich frage mich wirklich manchmal ob es MS wirklich nicht auffällt was sie da gerade anrichten, oder ob sich sich entschieden haben einfach den Holzweg weiter zu gehen.