Metro: Last Light - GameplayMit Metro: Last Light hat das ukrainische Studio 4A Games einen mehr als würdigen Nachfolger zu ihrem Ego-Shooter-Hit Metro 2033 abgeliefert. Laut Jason Rubin, Ex-Präsident des mittlerweile insolventen Publishers THQ, wären die Macher von 4A Games noch zu weit mehr im Stande gewesen, wenn sie nicht unter absolut miesen Bedingungen in der Ukraine arbeiten müssten.

Kleines Budget und ein mickriges Büro

So glich das Kapital, das den Machern für Metro: Last Light zur Verfügung stand, dem, was manche Studios gerade mal für ihre Zwischensequenzen ausgeben. “Das Spiel entstand mit rund 10 Prozent des Budgets der großen Konkurrenten und wird dennoch für seine Story und Atmosphäre gelobt“, so Rubin. “Es basiert auf einer komplett neuen eigenentwickelten Engine der zweiten Generation, die mit Fortsetzungen konkurriert, die nicht mal mehr nummeriert werden und mehr Techniker zur Verfügung haben, als bei 4A am gesamten Projekt arbeiten.”

Die Zustände im Büro des Studios beschreibt Rubin als unzumutbar. So müssen die Entwickler auf zusammenklappbaren Hochzeitstühlen sitzen und an kleinen Tischen Ellbogen an Ellbogen arbeiten, in einem Raum, der mehr nach der überfüllten Cafeteria einer Grundschule als nach einem Entwicklungsstudio aussieht.

Laut Rubin wog man nach dem Besuch im Studio die Möglichkeit ab, den Entwicklern ein paar richtige Bürostühle zukommen zu lassen. Da es in der Ukraine jedoch keine Outlets gab, wäre die einzige Option, die man noch hatte, einen Truck in Polen vollzupacken, einen “Disponenten” zu finden, der sich mit Schmiergeldern bis nach Kiew durchschlägt und die Ware so reinschmuggelt. Letztendlich gab man die Idee jedoch auf, da man feststellte, dass die Bürostühle für das Studio zu groß wären.

Katastrophale Arbeitsbedingungen

Die Stromversorgung im Büro ließe auch sehr zu wünschen übrig. Am letzten Wochenende vor der Fertigstellung des Spiels fiel der Strom aus, so dass die Entwickler ihre eigenen Generatoren mitbrachten, um die Arbeit an Metro: Last Light rechtzeitig zu beenden.

Probleme gab es auch bei der Beschaffung neuer Hardware oder wenn ein weiteres Dev-Kit benötigt wurde. So musste ein Studiomitarbeiter in die USA fliegen und es im Rücksack in die Ukraine schmuggeln, ohne dass es an der Grenze von den diebischen Zollbeamten einkassiert wurde.

„Wenn 4A über ein konkurrenzfähigeres Budget und eine gescheite Arbeitsumgebung verfügt hätte und sich nicht über ein Jahr lang mit irrationalen Entscheidungen des ursprünglichen Publishers THQ herumschlagen hätte müssen, was hätte 4A erschaffen können?”, so Rubin.

Das komplette Interview kannst du bei GamesIndustry lesen.


PS: Folge uns auf Twitter oder abonniere unseren RSS Feed, um nichts zu verpassen!


Verwandte Preisvergleiche

Kommentare zu "Metro: Last Light: Ex-THQ-CEO Jason Rubin über die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei Entwickler 4A Games"

Das ist schon echt hart. Da möchte ich dann echt nicht arbeiten. Die Frage ist halt ob THQ da wirklich was hätte ändern können. Denn einfach mal umziehen ist ja auch nicht so einfach. :\

Ich spiel das Spiel gerade auf der Ps3 und ich muss sagen das ist nach Fallout 3 und New Vegas einer der besten Spiele die ich je auf der PS3 gespielt habe. Die Atmosphäre schon alleine das Spiel treibt einen mit den Effekten oft in den Wahnsinn!!

Da können sich andere Entwickler wirklich mal eine Scheibe davon abschneiden, was 4A mit so einem kleinen Budget zustande bringt – und andere mit dem 10 fachen Budget versemmeln.

Ich hoffe das sich das Spiel sehr gut verkauft und das Team einem satten Profit profitiert.

Hut ab – bei Gamestop ist es jedenfalls schon auf Platz 4!