Gestern gab Riot bekannt, dass sie den Skin-Shops von Drittanbietern mehr oder minder die Existenzgrundlage rauben und ein für allemal Schluss mit den Skin-Verkäufen außerhalb von LoL machen werden. Doch wie konnte es dazu kommen? Und worum geht es bei der ganzen Aufregung eigentlich?

Ein Algorithmus sie zu knechten

Skins in League of Legends sind wie die aufgemotzten Felgen bei einem Auto – man braucht sie nicht zwingend, aber cool aussehen tun sie ja doch irgendwie und haben will man sie sowieso. Um einen Skin zu bekommen, muss man Riot einen bestimmten Betrag im Spiel überweisen und schwups ist der Skin dem Account des Spielers gutgeschrieben.

So lief es seit Jahren und Riot konnte sich über die Einnahmen dadurch alles andere als beklagen. Doch dann, Ende 2013 passierte etwas, das Riot wohl so nicht auf der Rechnung hatte. Die Skin-Shops sprossen wie Pilze aus dem Boden und boten sehr seltene Skins zu überteuerten Preisen an. 100 bis 1.000$ pro Skin waren keine Seltenheit. Aber wie kamen diese Shops an diese Skins?

Die gängigste Theorie war es, dass diese Shops die so genannten Skin-Karten, die Riot auf verschiedenen Messen verteilte, ergattern konnten und diese nun gewinnbringend verkaufen würden. Auf den Karten befand sich der jeweilige Code für den Skin und man musste nichts weiter tun, als diesen Code im Spiel einzugeben.

Das war die Theorie, die Praxis sieht bzw. sah aber ganz anders aus. Die Händler hatten es wohl geschafft, den Algorithmus mit dem die Codes für die Messen erschaffen wurden zu knacken und sich somit einen unendlichen Vorrat an Skin-Codes zu beschaffen. Das behauptet zumindest jetzt ein Besitzer eines Skin-Shops auf Reddit.

Wenn das stimmen sollte, handelt sich hierbei um einen Hack und Riot hat allen Grund dazu, diese Codes aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Sache mit dem lieben Geld

Doch das ist bei Weitem noch nicht alles. Es gibt noch einen zweiten Grund, warum dieser Schritt von Riot richtig war. Und zwar geht es dabei um die wirtschaftlichen Aspekte. Der oben erwähnte Skin-Shop-Verkäufer gab außerdem an, dass er in dem halben Jahr seitdem er aktiv war, einen Profit von rund 750.000$ eingefahren hat.

Riot will natürlich, dass solch ein Profit in ihrem Shops erwirtschaftet wird und nicht in fremden Shops, wo sie keinen einzigen Cent davon sehen. Natürlich könnte man Riot jetzt vorwerfen, dass sie nur aufs Geld aus sind, aber das wäre so nicht richtig. Auch die Skin-Shops verkaufendie Skins nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie genau wissen wie viel Geld sich mit so etwas machen lässt.

Riot hat hier also seine Interessen gewahrt. Man muss sich auch der Konsequenzen bewusst werden, hätte Riot da nicht eingegriffen. Momentan waren es nur super seltene Skins, die es in den Drittanbieter-Shops zu erwerben galt. Doch wer sagt, dass das so geblieben wäre? Vielleicht wären irgendwann auch die normalen Skins zu einem günstigen Preis dazu gekommen.

Dann hätten die Leute nicht mehr bei Riot gekauft, sondern nur noch in den Shops. Und vielleicht würde Riot dann nicht mehr genug Geld einnehmen und müsste abbauen und z.B. bei der LCS, Neuerungen, dem Support usw. sparen. Ich gebe zu, dass dies ein sehr schwarzes Bild ist, was ich da gezeichnet habe, aber passieren hätte es dennoch können.

Und wer weiß, vielleicht ist sich Riot durch die ganze Aktion bewusst geworden, wie sehr die Leute diese Skins haben wollen. Vielleicht wird man die seltenen dann auch irgendwann (wieder) bei Riot kaufen können.

Was denkst du darüber? War die Entscheidung von Riot bei dieser Sache richtig oder hätten sie eine andere Lösung finden müssen?


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