Electronic Arts - LogoUm realistische Abbildungen von Waffen in den Action-Spielen nutzen zu dürfen, zahlte Electronic Arts Unsummen von Geldern an die Waffen-Industrie. Dies hat ab sofort ein Ende, wie der Publisher nun bekanntgab. Auf originalgetreue Nachbildungen von Waffen will das Unternehmen in seinen Spielen dennoch nicht verzichten und lässt die Rechtslage nun vor Gericht prüfen.

Zukünftig trotzdem authentische Waffen im Spiel?

Bei seiner Entscheidung beruft sich der Konzern auf die Verfassung und den Grundsatz der freien Meinungsäußerung. Man erzähle in den Videospielen eben nur eine Geschichte und habe dazu eine eigene Sichtweise, sagte EA Präsident Frank Gibeau. Dies sei ähnlich wie in den Büchern, wo ebenfalls keine Lizenzgebühren anfallen, wenn mal der Name “Colt” genutzt werde.

Wie EA-Sprecher Jeff Brown betonte, wurde man bei der Entscheidung weder durch die Politik noch durch die Kommentare der NRA beeinflusst, auch wenn die Reaktionen der Spieler auf die Vorwürfe der NRA eindeutig waren.

Videospielindustrie als Sündenbock

Nach dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, Connecticut, am 14. Dezember vergangenen Jahres, entbrannte erneut die Diskussion um die Waffenpolitik der USA. Dabei bediente sich die Waffenlobby NRA (National Rifle Association) einer simplen Ablenkungsmethode und schob kurzerhand die Schuld der Videospielindustrie in die Schuhe.

Der NRA-CEO Wayne LaPierre bezeichnete die Spieleindustrie damals als gefühllose, korrupte und korrumpierende Schattenindustrie, die Gewalt gegen das eigene Volk säe und verkaufe. „Die Reaktion unserer Zielgruppe war eindeutig: Sie haben das Gefühl, dass die Kommentare der NRA ein einfältiger Versuch waren, das Thema zu wechseln“, so Brown.

Ob Electronic Arts mit seinen Argumenten durchkommt, hängt von der Entscheidung des Gerichts ab, das aktuell die Sachlage untersucht. Durch diesen Schritt dürfte der Publisher, der seit Jahren bei der Spielerschaft die Sympathiepunkte verspielt und vor Kurzem erneut zum schlechtesten Unternehmen der USA gewählt wurde, wieder etwas an Ansehen gewinnen.


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