DoubleFine - LogoIn einem ausführlichen Interview sprachen der Double Fine-Projektleiter Brad Muir und Unternehmensgründer Tim Schafer über die persönlichen Erfahrungen mit den großen Publishern der Spieleindustrie.  Dabei ließen sie durchblicken, dass sie ernsthaft an der Einschätzung der “Anzugträger” hinsichtlich der Wünsche der Spielerschaft zweifeln.

Neues Projekt fast finanziert

Mit Massive Chalice will das unabhängige Entwicklerstudio Double Fine aktuell ein weiteres Projekt neben “Broken Age” finanzieren. Von den benötigten 725.000 US-Dollar wurden bereits nach vier Tagen über 700.000 US-Dollar eingenommen, weshalb die Entwicklung des Titels so gut wie gesichert sein dürfte.

Brad Muir, der sich in der Vergangenheit unter anderem für das Tower Defence-Spiel “Iron Brigade” verantwortlich zeichnete, wird bei dem neuen Projekt den Posten als Projektleiter übernehmen. So glatt wie bei Double Fine lief es allerdings in der Vergangenheit nicht immer, wie Muir in einem Gespräch mit der Webseite Gamesindustry verriet.

Die Publisher wissen es nicht immer „am besten“

So wurde sein vorheriges Projekt, das er verschiedenen Publishern vorstellte, mehrfach abgelehnt, da man befürchtete, die im Spiel verwendeten Stop-Motion-Animationen wären für die Spieler nicht “cool” genug. So verbrachte Muir ein ganzes Jahr damit, den Titel erfolglos den Publishern vorzustellen.

“Es war wirklich schwierig, dem Publisher das Spiel zu verkaufen. Ich will keine Namen nennen, aber diese Stop-Motion-Ästhetik á la Ray Harryhausen, auf denen das Spiel basierte, war stets ein Punkt, an dem sich die Publisher störten. Sie glaubten, die Leute würden sich damit nicht anfreunden können oder es wäre nicht cool genug”, erklärte Muir.

“Es waren einfach ein paar Geschäftsleute. Anzugträger, die um einen Tisch herum saßen” erzählte Muir weiter. “Es war wirklich schwer für mich, ihre Meinungen dazu zu hören, was die Spieler tatsächlich mögen könnten. Es ist schon ziemlich seltsam, wenn man seine Ideen dieser kleinen Gruppe von Geschäftsleuten vorstellen und sich von ihnen erzählen lassen muss, ob sich das Spiel ihrer Meinung nach verkaufen wird oder nicht. Ich denke nicht, dass sie das stets am besten wissen.“

Kickstarter als bessere Alternative

Seine neue Idee wollte Muir daher direkt mit der Spielerschaft statt mit den Publishern teilen. „Das ist das Coole an dieser Idee. Sie ist brandneu. Wir sind damit zu niemandem gegangen. Wir haben es entwickelt und wendeten uns direkt an die Unterstützer“, sagte der Entwickler.

Auch für Tim Schafer war der Weg, auf dem man das neue Projekt finanzieren möchte, bereits klar. „Als Brad diese neue Idee hatte und wirklich begeistert davon war, dachte ich mir: ‚Wollen wir damit wirklich nochmal den gleichen Prozess durchlaufen?’ Dabei zuschauen, wie Brad ein weiteres Jahr damit vergeudet, diese Idee zu verkaufen und Kompromisse einzugehen? Oder gehen wir den Weg, auf dem wir diese Idee nur mit genau den Leuten testen müssen, die das Spiel auch kaufen werden? ’Hey, mögt ihr dieses Konzept? Wenn es euch gefällt, können wir es machen.’ Es ist viel einfacher und besser. Und das sogar mit Geld, an das weniger Bedingungen geknüpft sind”, so Schäfer.

Das komplette Interview kannst du bei Gamesindustry lesen.


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Double Fine: Anzugträger wissen es nicht immer besser – Brad Muir und Tim Schafer im Interview"

Das neue Projekt wurde sogar schon finanziert, die sind echt fix die Leute.^^

Und ja natürlich weiß es der Publisher meist nicht besser. das sind keine Spieler sondern Bachelor/Master auf irgendwas unwichtiges. Und die bekommen bei einen Spiel entweder die Dollarzeichen in den Augen oder nicht. Und wenn nicht dann wird das Spiel nicht durch gewunken, ganz einfach, ganz traurig.

Ich muss auch ehrlich sagen ich habe noch keinen Moment erlebt wo irgend ein Entwickler sich öffentlich bei den Anzugträger bedankt hat, warum auch gab ja kein Grund dazu.