Browsergame Die Siedler OnlineDer französische Entwickler und Publisher Ubisoft wurde vom Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt. Grund dafür sind die geänderten AGBs des Titels Die Siedler Online, die einige für die Verbraucher stellenweise recht unfreundliche Regelungen beinhalten. Ablehnen kann der Spieler diese AGB nur, wenn er auch auf das Online-Spiel verzichtet.

Wer spielen will, muss zustimmen

Verweigert der Spieler die Zustimmung zu den jüngst geänderten AGBs, ist auch kein Zugriff auf den eigenen Account oder das Spiel mehr möglich. Vor allem für Nutzer, die bereits echtes Geld im Item-Shop des Spiels investiert haben, ist dieses Vorgehen ein Schlag ins Gesicht.

Die schwammigen Formulierungen der neuen AGBs tragen zusätzlich zur Verunsicherung der Verbraucher bei. So heißt es in einem Abschnitt wörtlich “Die erhobenen Daten werden in [sic] auch in Kanada gespeichert und verarbeitet”, was verständlicherweise bei vielen Nutzern die Frage aufwirft, ob die Daten nun ausschließlich “in” Kanada oder auch in anderen Standorten gespeichert werden.

Die Durchsetzung von Auskunfts- und Löschansprüchen gegenüber ausländischen Unternehmen ist bei einer grenzübergreifenden Datenspeicherung erfahrungsgemäß meist kostspielig und mit einem zusätzlichen zeitlichen Aufwand verbunden.

Gesetzwidrige Methoden der Unternehmen

Nach zahlreichen Beschwerden mahnte das VZBV-Projekt “Verbraucherrechte in der digitalen Welt” das Unternehmen am 04. April 2013 ab. Die Frist zur Abgabe der geforderten Unterlassungserklärung endet am 11. April 2013, wobei einzelne Klauseln der neuen AGB nicht der Gegenstand des Verfahrens sind, wie die Webseite “Surfer haben Rechte” berichtet.

Vertragsänderungen in einem laufenden Vertragsverhältnis vorzunehmen ist eine übliche Vorgehensweise, jedoch müssten dabei auch die Interessen des Vertragspartners berücksichtigt werden, heißt es weiter. Hierzu hat die Quelle ein überspitztes Beispiel parat:

Zum Beispiel ist es unzulässig, wenn sich der Vermieter von Wohnraum vor die Eingangstüren seiner Mieter stellt und fordert, dass diese sofort alle Wände in Schwarz streichen sollen. Nur den Mietern, die sich den neuen Bedingungen unterwerfen, wird Einlass zu ihren Wohnungen gewährt. Alle anderen verlieren das in der Wohnung sich befindende „Hab und Gut“ und sind fortan wohnungslos.

Damit weist “Surfer haben Rechte” auf Methoden hin, die einige Firmen im Netz mit einer Selbstverständlichkeit praktizieren und die jeder normal denkende Mensch im realen Leben als absurd bezeichnen würde.

Ubisoft hat mittlerweile auf die zahlreichen Beschwerden der Nutzer reagiert und den Spielern eine Frist bis zum 24. April 2013 eingeräumt, um die neuen AGBs und Datenschutzerklärungen durchzulesen und eine Entscheidung zu treffen. Bis dahin kann normal weiter gespielt werden. Ob diese Lösung die Verbraucher milde stimmt, dürfte allerdings bezweifelt werden.


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Kommentare zu "Die Siedler Online: Beschwerden über AGB-Änderungen – Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt Ubisoft ab"

Ja lol das hat Ubisoft echt nicht verstanden es geht nicht darum das die User sich gleich entscheiden müssen ob sie die AGBs wollen oder nicht sondern das sie die AGBs überhaupt geändert haben.