Deutschland gehört zur Elite der internationalen Online Games-Branche

Wie der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (kurz BIU) heute mitteilte, hat der Games-Standort Deutschland mit erheblichen Wettbewerbsnachteilen gegenüber der internationalen Konkurrenz zu kämpfen.

Zu wenig Geld

Dies liegt laut Pressemitteilung der BIU daran, dass zwar die deutsche Filmindustrie stark gefördert wird, einheimische Game-Produktionen in der Regel aber in die eigene Tasche greifen müssen. Und das, obwohl laut einer Erhebung der BIU der deutsche Gamesmarkt aktuell ein Gesamtvolumen von ca. 1,8 Milliarden Euro umfasst und damit am Umsatz gemessen vor Kino, DVD und Musik liegt.

Arwed-Ralf Grenzbach, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Conflutainment, sagt dazu:

„Eine Spieleförderung ist in Deutschland praktisch nicht vorhanden. Bis zu 90 Prozent der Medienförderung fließen in den Film – obwohl die Games-Branche die Filmindustrie umsatztechnisch längst überholt hat. Steuererleichterungen, wie sie in Kanada erfolgreich eingesetzt werden, um Game-Entwickler anzusiedeln oder andere Subventionen gibt es nicht in Deutschland.“

Dadurch können deutsche Entwicklungen mit Top-Spieltiteln wie Call of Duty oder GTA, die über ein durchschnittliches Budget von 50 Millionen Euro verfügen, nicht mithalten. Aber es gibt eine Spielebranche, die es trotzdem geschafft hat: Online Games!

Deutschland ist ganz vorn mit dabei

Laut BIU zählen Online Games derzeit zu den aussichtsreichsten Trends in der Games-Branche. Allein in Deutschland wurden 2009 ca. 200 Millionen Euro allein durch Abo-Einnahmen und den Verkauf kostenpflichtiger Gegenstände in den Spielen eingenommen.

Deutschland gehört in diesem Bereich „zur Elite der internationalen Games-Branche“.

Auch Grenzbach ist dieser Meinung:

„Im Bereich der Free-to-Play Browser-Games gehören deutsche Unternehmen zu den Key Playern weltweit.“

Als Vorzeigebeispiele nennt BIU Bigpoint und Gameforge, deren Spiele in über 40 Sprachen weltweit gespielt werden.

Diese Unternehmen haben es allerdings, wie Grenzbach betont, aus eigener Kraft an die Spitze geschafft. Er erklärt, Banken seien v.a. bei Online-Titeln zurückhaltend, da deren Planbarkeit im Gegensatz zu klassischen Computerspielen nicht gegeben sei. Der Erfolg eines Online Games steht und fällt größtenteils mit der Community. Diese entscheidet, ob ein Spiel top oder doch ein Flop wird.

Erfolgreiche Browsergames wie etwa Die Stämme oder Farmerama zeigen aber, dass Online Games immer beliebter werden und vor allem auch Bestand haben.

Hoffen wir, dass das auch die Banken und sonstige Investoren bald erkennen und wir uns über noch mehr tolle Browsergames und Client-Games freuen können!


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