Datenschutz in Online Games weist Defizite auf

Die Zeiten, in denen du allein vor deinem PC gesessen bist und gegen Computergegner gekämpft hast, gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Nicht nur in Browser- oder Clientgames, auch in vielen PC- und Konsolenspielen kannst du heute live übers Internet mit anderen Spielern aus aller Welt zocken.

Defizite beim Datenschutz

Im Hintergrund werden dabei Daten von dir gespeichert, derer du dir oft gar nicht bewusst bist. Neben Registrierungsdaten wie Name und Passwort sind das z.B. Informationen über dein Spielverhalten, die Ausstattung deines PCs, Zahlungsdaten und deine Freundeslisten.

Die heute veröffentlichte Studie „DOS – Datenschutz in Online-Spielen“ des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, zeigt bei dieser Datenspeicherung Defizite auf. So werden die Daten ohne Rechtsgrundlage verarbeitet, Rechte auf anonyme Nutzung sind nicht umgesetzt und viele Vorgänge laufen gesetzeswidrig intransparent für die Spieler ab.

Dahinter steckt aber oft keine Absicht des Publishers. Vielmehr fand das ULD heraus, dass bei den Firmen große Unsicherheiten bestehen, welche Regelungen gelten und wie diese in der Praxis umzusetzen sind.

Die Studie und ein daraus resultierender Leitfaden soll nun Abhilfe schaffen. Der Leitfaden beinhaltet 27 typische Funktionalitäten von Online-Spielen mit Hinweisen, worauf Betreiber in puncto Datenschutz achten müssen. Behandelt werden z.B. die Installation und Registierung, das Bezahlsystem, der Chat, die Highscoreliste und der Nachrichtenaustausch.

Was bringt die Studie mir als Spieler?

Betreiber von Online Games können sich also an der Studie orientieren und nachlesen, auf was es beim Datenschutz ankommt.

Fragst du dich jetzt, was die Studie dir persönlich als Spieler bringen soll?

Dr. Thilo Weichert, Leiter des ULD, beantwortet diese Frage:

„Die Studie und der Leitfaden geben Spieleentwicklern und Betreibern Tipps, Hinweise und Anleitungen, um Online-Spiele datenschutzgerecht zu gestalten und zu betreiben. Niemand kann sich mehr herausreden, er hätte von den datenschutzrechtlichen Vorgaben nichts gewusst. Auch die Spielerinnen und Spieler bekommen einen Überblick, welche Rechte ihnen gegenüber den Anbietern zustehen.“

Datenschutz wird ein immer wichtigeres Thema, denn wer will schon, dass irgendjemand unbefugt persönliche Angaben etc. von einem speichert? Ein Blick in den Leitfaden lohnt sich also auch für dich, vor allem dann, wenn du das Gefühl hast, deine Daten werden nicht korrekt behandelt.

Dass das Thema Datenschutz in Online-Spielen immer mehr in den Fokus rückt, erklärt auch Henry Krasemann, Projektleiter von DOS:

„Als wir vor drei Jahren begannen, wurden wir wegen des vermeintlich exotischen Themas von vielen Seiten belächelt. Inzwischen erhalten wir regelmäßig Anfragen und Beschwerden zu Verletzungen von Datenschutzrechten beim Betrieb von Online-Spielen.“

Die Studie „DOS – Datenschutz in Online-Spielen“ und den Leitfaden kannst du kostenlos unter www.datenschutzzentrum.de/dos/ abrufen.


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Veröffentlicht in: News