Bricht in Browsergames eine neue Ära des Jugendschutzes an?

Jugendschutz ist immer eine kritische Angelegenheit. Bei Filmen, die erst ab 16 oder 18 Jahren freigegeben sind, kann man im Kino noch relativ gut kontrollieren, wie alt der Zuschauer ist. Und auch bei Computer- und Konsolenspielen gibt es, zumindest bei einem legalen Kauf im Geschäft, eine reele Chance auf Altersüberprüfung.

Doch wie kann das Thema Jugendschutz in Online Games sinnvoll gehändelt werden, die für jeden mit Internetanschluss zugänglich sind?

Bei Spielen wie Farmerama oder Kapi Hospital ist diese Frage irrelevant, denn diese Browsergames beinhalten nichts, was als jugendgefährdend betrachtet werden könnte.

Jugendschutz zwingt The Pimps in die Knie

Aber es gibt eben auch andere Spiele, bei denen das nicht so ist. Brisantes Beispiel: Das Gangster-Browsergame The Pimps. Als „Original Gangster“ konntest du hier Distrikte in amerikanischen Städten kontrollieren und dir mit kriminellen Aktionen, wie etwa der Herstellung harter Drogen und der Zuhälterei, Geld beschaffen.

Um die Anforderungen des Jugendschutzes zu erfüllen, wurden laut Bigpoint von der Jugendmedienanstalt z.B. männliche Prostituierte und eine umfassende Aufklärung über Drogen, Sexualkrankheiten und Gewalt im Spiel gefordert.

Das Ende der Geschichte: Bigpoint kapitulierte und nahm The Pimps am 01.10.2010 vom Netz (wir berichteten)!

Doch auch ein weiteres Browsergame von Bigpoint hat nun mit dem Jugendschutz zu kämpfen.

Poisonville geht neue Wege

Poisonville ist Bigpoints neuestes Gangster-Browsergame, das sich gerade in der Beta-Phase befindet. Es spielt in einer fiktiven Stadt in Amerika, die von 4 Straßengangs regiert wird und die bekriegen sich natürlich dementsprechend. In dieser Welt erfüllst du Missionen, kämpfst gegen verfeindete Spieler und arbeitest dich so nach und nach vom Kleinkriminellen zum Gangster-Boss hoch.

Seit vergangenem Freitag ist eine Registrierung bei Poisonville zwischen 9-22 Uhr nur noch nach einer Personalausweisprüfung möglich.

Grund hierfür: Das Spiel ist erst ab 16 Jahren freigegeben. Warum es nun die genaue Überprüfung gibt, erklärt das Poisonville-Team folgendermaßen:

„Laut Jugendmedienschutzstaatsvertrag sind wir nun dazu angehalten, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um den Zugang Minderjähriger zum Spiel zu verhindern bzw. zumindest stark zu erschweren.“

Willst du dich für das Browsergame registieren, erscheint seit Freitag zunächst folgender Dialog:

Hast du die Prozedur einmal hinter dir und die Prüfung „bestanden“, kannst du dich ohne Probleme und ohne eine erneute Angabe deiner Personalausweisnummer einloggen, wann immer du willst.

Mit dieser Methode der Altersüberprüfung geht Bigpoint neue Wege. Mir ist kein Online Game bekannt, das das Alter seiner Spieler auf diese Weise verifiziert. Bei vielen Games ist es zwar üblich, dass nach dem Geburtstag gefragt wird, das angegebene Datum kann jedoch vom Anbieter nicht auf Korrektheit überprüft werden.

Ist dieser Schritt sinnvoll?

Offen bleibt die Frage, ob die Personalausweisüberprüfung Jugendliche unter 16 Jahren wirklich davon abhält, das Browsergame zu spielen. Derjenige, der sich anmelden will, findet hier sicherlich Mittel und Wege, um die Hürde zu nehmen. Erschwert wird der Zugang durch die Maßnahme aber sicherlich.

Abzuwarten bleibt auch, ob die Eingabe der Personalausweisnummer nicht auch „authorisierte“ Spieler davon abhält sich anzumelden. Wer will schon erst mal seinen Personalausweis suchen und die Nummer abtippen, wenn man eigentlich Lust auf Spielen hat?

Was hältst du von dieser Jugendschutz-Maßnahme?


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Bricht in Browsergames eine neue Ära des Jugendschutzes an?"

Son scheiß. Und wenn ich mich nach 10 anmelde gehts ohne Perso oder wie? Ist ja krank.

Mal abgesehen davon, dasss ich solche Spiel von vorne herein nicht gut finde, sollte es diese Überprüfung rund um die Uhr geben !! Und es sollte bei jedem Spiel mit Altersbegrenzung eine derartige Kontrolle stattfinden.

Eigentlich gut, aber das Jugendliche mal bis nach 22 Uhr PC Spielen ist ja wirklich nicht ungewöhnlich.