Ein Soldat der US ArmeeAuch in dieser Woche wirft unsere Spiele-Kolumne Ausgespielt wieder einen Blick in die Spielelandschaft. Doch dieses Mal dreht es sich nicht direkt um ein einzelnes Spiel, sondern es geht um fast jedes Spiel und – was wichtig ist – um deren CD-Keys.

Spiel gesperrt – Warum?

Um zu verstehen, um was es sich heute dreht, muss ich eine kleine Geschichte erzählen: Es ist schon ein paar Jahre her und ich wollte mir damals Modern Warfare für den PC kaufen. Das Spiel war mir aber damals aus verschiedenen Gründen zu teuer und ich entschied mich, es bei einen Online Händler zu kaufen, der nur CD-Keys verkaufte. Anstatt 50 € kostete es nur 30 €. Es lief auch alles super, der Key kam in 5 Minuten an, ich konnte ihn bei Steam eingeben und loszocken, alles kein Problem. Das ging auch in etwa ein Jahr gut, bis auf einmal das Spiel gesperrt wurde.

Ich hatte mich also an den Support von Steam gewandt und wollte wissen was da los ist, denn gecheatet habe ich  sicherlich nicht! Die Antwort des Supports war damals etwas verwirrend und lautete sinngemäß: Ihre Spieleversion wird in Ihrem Land nicht unterstützt! Als drei große Fragezeichen über meinen Kopf aufploppten wusste ich, dass ich beim Support nicht wirklich weiterkommen würde. Also wählte ich mal wieder das große Buch des Internets, um herauszufinden, was da eigentlich los ist.

Ich musste feststellen, dass ich nicht der Einzige mit diesem Problem war. Viele andere Spieler haben genau dieselbe Antwort bekommen, wussten aber damit nichts anzufangen. Die endgültige Antwort bekam ich dann in einem Forum präsentiert. Der Hersteller, in diesem Fall Activision, möchte nicht, dass die Spieler im europäischen Raum russische oder asiatische Keys benutzen. Warum das so ist, liegt auch relativ einfach auf der Hand. Hierbei handelt es sich nicht um gestohlene oder falsche Keys, nein, sie sind einfach wesentlich billiger als im Westen und somit würde der Firma ja ein Gewinn entgehen.

Was ich dabei überhaupt nicht lustig finde ist, dass die ganze Welt sich globalisiert, die Herstellung wird billiger, die Firmen können überall auf der Welt ihre Waren einkaufen oder verkaufen, aber wehe, der Gamer versucht irgendwo anders sein Spiel zu einen günstigeren Preis zu bekommen, dann ist Schluss mit lustig!

Doch ich glaube, hier übersehen die Publisher ein große Problem! Man kann die Sperrungen dank Proxy relativ leicht umgehen, ist halt nur einmalig 10-30 Minuten Aufwand. Aber hier bahnt sich schon der erste Image-Schaden für den Publisher an, denn dem Käufer wird suggeriert: Hee, ich habe das ehrlich und legal erworben und muss jetzt dennoch dafür mehr Arbeit leisten. Die zweite und viel wichtigste Frage lautet aber: Was wäre wenn?

Was wäre wenn

Nehmen wir einmal an, fast alle Publisher führen das Verbot ein, dass nicht-europäische Keys nicht genutzt werden dürfen (ist ja ihr Recht). Was machen dann die Käufer? Entweder sie kaufen es sich dann für den gewünschten Preis in Europa, was aber eher weniger passieren wird, denn die Leute haben es sich ja im Ausland wegen einem bestimmten Grund günstiger gekauft! Oder sie fangen an, sich das Spiel als Sicherungskopie zu besorgen. Im schlimmsten Fall tun sie gar nichts, sie machen weder das eine noch das andere und gehen dann lieber zu einen anderen Spiel.

Und spätestens hier sollten sich die Publisher vielleicht mal überlegen, warum die Spieler es sich günstiger im Ausland kaufen? Da gibt es auch mehre Möglichkeiten: Entweder die Spieler wollen einfach nur Geld sparen (was nicht verwerflich ist!) oder sie können es sich einfach gar nicht leisten, 50 € oder mehr für ein Spiel auszugeben! Oder sie wollen es einfach gar nicht, da das Spiel gelinde gesagt nicht das beste ist. Anstatt also zu versuchen, auf den Kunden zuzugehen, um zu sehen, was man vielleicht besser machen könnte, wird hier mit der Friss oder Stirb-Methode gehandelt.

Eines sollten sich die Publisher mal überlegen: Die Leute, die in einem Key-Shop einkaufen, werden sicherlich nicht weniger, sondern es werden mehr, besonders da die Preise von Spielen immer weiter steigen. Und sind wir doch mal ehrlich: Lieber ein zahlender Kunde, der zwar weniger aber dennoch zahlt, anstelle eines nicht zahlenden Kunden. Aber das werden die meisten Publisher wohl erst wieder viel zu spät begreifen…


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Kommentare zu "Ausgespielt: Von Russen-Keys und nicht ganz so globalisierten Publishern"

An dem Tag, an dem mir ein Publisher vorschreiben will, wo ich das Spiel ehrlich erwerbe, ist dieser für mich schlicht gestorben. Dann kann er es behalten, egal wie toll es ist. So einfach is das.

In der Tat, irgendwo ist dann auch mal Schluss mit Lustig!

Eben
ich meine die Publisher verkaufen das Spiel doch eh – ob jetzt als CD oder Download bei einem "Zwischenhändler"
ob sie's jetzt direkt an den Kunden oder an einen Wiederverkäufer verkaufen kann denen doch eigentlich egal sein.
Ich hole mir auch lieber einen Key und lade es dann, da ich nicht so viel Platz für die ganzen Hüllen hab.

njo mittlerweile kostet es ja sowieso überall das selbe
oder nicht?

ich würde es mir aufjedenfall bei mmoga kaufen – hab damit schon sehr gute erfahrungen gemacht!
ob das blizz jetzt Recht ist oder nicht ist mir egal, die haben das Spiel ja wohl davor an mmoga verkauft oder? X3