Ausgespielt: RaubmordtötungspiratenkopierEs ist Sonntag und wie jeden Sonntag gibt es hier bei Gameplorer.de die Kolumne „Ausgespielt“, die sich um alles dreht, was mit Spielen zu tun hat. Diese Woche Thema: Die Raubkopie oder, wie ich sie liebevoll nenne, Raubmordtötungspiratenkopie.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich finde die Piraterie von Spielen nicht gut! Dennoch trägt die Industrie zum Teil selbst zu dem Problem bei. Die Publisher beschweren sich nun seit Jahren, dass es viel zu viele Kopien von Spielen gibt und sie haben damit auch sicherlich nicht unrecht, wenn man sich mal auf einschlägigen Seiten umschaut:

  • Anno 2070 – 22.287 Klicks
  • Assassins Creed – Revelations- 25.317 Klicks
  • Call of Duty – Modern Warfare 3 – 72.200 Klicks

Das sind natürlich beängstigende Zahlen, wenn man danach geht das es nur eine Seite ist und wenn man alle Seiten nehmen würde wären die Zahlen noch beängstigender. Doch man muss hier auch wieder sagen: Es handelt sich um Klicks! Mir stellt sich jetzt die Frage: Wie aussagekräftig sind diese Zahlen und vor allem, warum ist das so?

Erst einmal: Wir reden hier von Klicks, also nicht von tatsächlichen Downloadzahlen. Wie viele von den Nutzern, die hier geklickt haben, haben sich das Spiel auch wirklich heruntergeladen? Wie viele Nutzer haben es vielleicht aufgrund von Download-Problemen mehrfach heruntergeladen? Und, was ganz wichtig ist, wie viele haben es danach gekauft? Das kann natürlich hier niemand genau sagen, auch nicht die Publisher, die das zwar jedes Jahr versuchen, was man aber mit größerer Vorsicht zu genießen ist.

Warum greifen scheinbar so viele Menschen auf die Piraterie zurück? Nun, ich denke, das hat viele Gründe, mehr als man hier aufzählen könnte. Aber drei Probleme dürften die naheliegensten für die Piraterie sein.

1. Schlechte Spiele

Nichts ist tödlicher für den Kaufrausch als ein schlechtes Produkt. Einige Spiele sind einfach schlecht oder dasselbe wie der Vorgänger mit zu wenigen Neuerungen. Für viele ist auch die Spielzeit von vier Stunden meist einfach zu wenig. Wenn man sich dann nicht für den Multiplayer erwärmen kann, gibt es sicherlich viele, die dann sagen: ,,Naja, lade ich es mir runter und spiele es kurz durch.“

Das hat man früher auch getan, bloß legal und man nannte es Videothek. Man lieh sich das Spiel für sagen wir 2 € pro Tag aus und nach drei Tagen gab man es durchgespielt wieder ab. Was damals noch eine echte zeitliche Herausforderung war, ist heute bei den kurzen Singleplayer-Spielen kein Problem mehr. Die meisten Spieler gehen heute jedoch nicht mehr in die Videothek, sondern ziehen sich das Spiel einfach aus dem Netz.

Aber nicht nur die kurze Spielzeit spielt eine große Rolle, viele Spieler sind heute einfach nicht mehr willens, viel Geld für ein ihrer Meinung nach schlechtes Spiel auszugeben. Und da sie auch keine Möglichkeiten haben, das Spiel ordentlich zu testen, greifen sie scheinbar immer mehr zur Piraten-Version. Nicht nur die Demo-Versionen, auch die Zeitschriften tragen nicht unbedingt dazu bei, das man sich für oder gegen ein Spiel entscheidet. Manche Spiele werden hier so hoch gelobt, obwohl sie das aus Käufersicht gar nicht verdient haben. (Mehr dazu auch in „Sind Spielbewertungen noch zeitgemäß?


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Veröffentlicht in: News