Charr-Mesmer in Guild Wars 2Was hat sich in den letzten Jahren im MMO-Genre getan, was hatten die alten MMOs zu bieten, was hat sich mit World of Warcraft geändert und wohin geht die Entwicklung aktuell? Genau auf diese Fragen möchte ich in der heutigen Ausgabe von Ausgespielt näher eingehen!

Erinnerst du dich noch an die ersten MMOs? Nein? Ist auch nicht so schlimm, denn ich bin der Meinung, man kann eigentlich durchgehend sagen, dass sich die MMOs bis World of Warcraft nicht wirklich verändert haben – zumindest was das Spielerische angeht. Ab WoW hat sich aber einiges getan!

Das erste was sich verändert hat, war die Art des Spielens. Vor WoW waren MMOs schwer und damit meine ich nicht unbedingt die Kämpfe, sondern das ganze Drumherum. Die meisten Quests waren solo gar nicht machbar und ein Heiler konnte wirklich nur heilen,von Schaden keine Spur. Das Umskillen der Fertigkeiten war auch keine Selbstverständlichkeit.

Und die MMOs waren mathematisch anspruchsvoll, dagegen mutet das Theorycrafting der heutigen MMOs fast schon wie ein 3. Klasse-Mathematikgrundkurs an. Kurz, es gab mehr Werte als man es sich überhaupt vorstellen konnte, man musste die Punkte sogar manchmal selbst verteilen und da es am Anfang keine Möglichkeit gab umzuskillen war ständiges Neuanfangen an der Tagesordnung.

Was wäre das Handwerk ohne WoW geworden?

Das wurde von WoW größtenteils korrigiert und das ist auch gar nicht schlecht! Doch leider blieb auch etwas anderes, meiner Meinung nach sehr wichtiges, auf der Strecke: Das Handwerk. In WoW war es einfach nur noch „Baue da das Erzvorkommen ab, geh an eine Schmiede, mach daraus ein Barren und dann ein Schwert“. Früher war dem in anderen MMOs nicht so.

Hier erinnere ich mich gerne an Everquest 2 zurück, als man für sein Schwert noch richtig schuften musste an der Schmiede. Da musste man die Temperatur erhöhen, das Schwert abschrecken, dann wieder bearbeiten usw. Hat man das richtig gemacht, konnte das Schwert noch besser werden als es in der Anleitung stand.

Hat man es jedoch nicht gut hinbekommen, wurde das Schwert schlechter als in der Anleitung, oder es konnte sogar gar nicht gefertigt werden und die Materialien waren dahin. Man konnte sich als Schmied durch Können also einen Namen machen. Doch das WoW-Konzept setzte sich durch, weil es einfach war, sowohl für den Spieler als auch die Programmierer. Doch so langsam merken auch die Entwickler wieder, dass ein spannendes Handwerk durchaus sinnvoll ist und den Spielern gefällt…

Doch nicht nur das Handwerk veränderte sich, auch das Skillen ist anders geworden. Am Anfang der MMOs gab es keine Talentbäume, deine Klasse konnte das, was dran stand, nicht mehr und nicht weniger. Das einzige was man also maximal noch geskillt hat waren die Attributspunkte. Dann kamen die Talentbäume mit WoW und so ziemlich jedes MMO danach besaß drei Bäume, die oben starteten und dann nach unten gingen, und man hatte eine begrenzte Anzahl an Punkten, die man setzten konnte.

Aber auch das wandelt sich momentan wieder! WoW verlässt die starren Bäume, in The Secret World kann man nach einer langen Zeit alles skillen und Guild Wars 2vergibt Eigenschaften, bei denen man selbst bestimmen kann, welche man haben will.

Alles veränderte sich, auch die Klassen

Doch nicht nur die Talentbäume haben sich geändert, sondern auch die Skills! Schaut man sich die etwas älteren MMOs an, hat man mindestens 20 Skills mit sich herumtragen, heute sind es meist nur noch 7-10. Man muss sich also entscheiden, was man machen will. Die Skills, die man nur alle x Jahre mal genutzt hat, gibt es nicht mehr, und das ist auch gut so.

Durch diese ganzen Änderungen haben sich wie oben schon im Ansatz erwähnt auch die Klassen geändert. Früher war wie gesagt ein Tank ein Tank und ein Heiler ein Heiler, etwas anderes ging nicht. Wer als DD Karriere machen wollte, musste sich einen erstellen. Heute verhält sich das ein bisschen anders. Jede Klasse kann Schaden verursachen und dann halt gegebenenfalls noch Tanken,  Heilen oder Supporten.  Besonders in der Zeit des Tank- und Heilermangels eine durchaus sinnvolle Änderung.

Auch die Quests haben sich geändert. Ganz früher gab es keine wirklichen Quests, sondern nur Töten bis der Arzt bzw. das Level kommt. Dann kamen die Quest, im Rahmen derer das Töten wieder von vorne losging. Doch auch das hat sich über die Jahre geändert. Zwar geht es meist immer noch darum Gegner zu töten (mal abgesehen von TSW), aber wie das ganze verpackt wird, hat sich doch stark geändert, wie etwa bei Guild Wars 2 schön zu sehen.

Auch wenn immer gesagt wird, dass sich MMOs nie ändern, so haben sie es doch getan! Ich hätte theoretisch noch viel mehr Beispiele nennen können, aber worauf ich hinaus will, sollte klar sein: MMOs ändern sich ständig, manchmal zum Schlechten, manchmal zum Guten, aber sie ändern sich. Und ich finde, die Entwickler dürfen in einigen Bereichen wie z.B. dem Handwerk noch viel experimentierfreudiger werden!


PS: Folge uns auf Twitter oder abonniere unseren RSS Feed, um nichts zu verpassen!