Aion - Free2winWie jeden Sonntag erwartet dich auch heute eine neue Ausgabe unserer Spiele-Kolumne „Ausgespielt. Dieses Mal dreht sich alles um Free2Play und dessen Nutzen sowohl für die Spieler als auch die Entwickler.

Der Free2Play-Trend ist seit Jahren auf dem Vormarsch und viele Entwickler springen auf diesem Schnellzug zu Ruhm und Ehre mit auf. Dabei entstehen einige sehr gute Titel, aber auch Titel, die man am liebsten gleich ad acta legen möchte. Free2Play hat durchaus seine Daseinsberechtigung, besonders bei den Browsergames, denn sind wir mal ehrlich: Würdest du monatlich für ein Browsergame zahlen? Doch die Entwickler haben längst erkannt, dass das Free2Play-Modell nicht nur im Browser angewendet werden kann.

Daher schwenken auch immer mehr Firmen mit clientbasierte Spielen um und setzen auf das Free2Play-Konzept. Und hier beginnt das allgemeine Problem. Spieler, die seit jeher Client-Games wie RIFT oder SWTOR spielen, können mit diesen zum Teil dahin geschluderten Spiel gar nichts anfangen. Aber genauso ist es bei den Browsergame-Liebhaber, denn diese nutzen ja gerade den Browser, weil sie keinen Client auf dem Rechner haben wollen. Das heißt also diese Spieler werden auch nicht angesprochen. Aber wer nutzt solche Client-Games, die die Dauerhaftigkeit eines Browsergames besitzen und die Bugs eines Client-Spiels?

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: Entweder das Spiel ist gut und den Leuten ist ziemlich egal was es nun eigentlich ist, oder es ist einfach nur schlecht und fliegt von der Festplatte. Problematischer ist das Ganze wiederum, wenn das Spiel gut ist, aber einen Item-Shop besitzt, der Inhalte verkauft, die jenseits von Gut und Böse sind. Hier liegt der eigentliche Unterschied in den sogenannten Free2Play-Spielen, denn es stellt sich schnell heraus, dass einige gar nicht so Free2Play sind, wie man in den Anzeigen suggeriert bekommt.

Free2Play kann funktionieren

Es gibt natürlich Spiele, bei denen das Free2Play-Prinzip super funktioniert. Ein gutes Beispiel dürfte wohl das Action-Rollenspiel Vindictus von Nexon sein. Das basiert auch auf dem Free2Play-Modell, man zahlt also nur für die Sachen aus dem Item-Shop.

Und die Sachen sind dort relativ harmlos, hier mal neue Unterwäsche, da mal ein Tattoo oder auch mal einen EXP-Boost. Ansonsten steht dem Spieler aber alles kostenlos zu Verfügung. Ausrüstungsgegenstände im Item-Shop würden zudem auch das Spielprinzip zerstören, denn in Vindictus craftet man sich alles selber.

Zweiklassengesellschaft in Free2Play-Spielen?

Dass einige Entwickler das nicht ganz so eng sehen, dürfte wohl spätestens mit der baldigen Free2Play-Umstellung von Aion klar werden. Denn dort bekommen alle Instanzen 6 Tage Abklingzeit, aber für einen kleinen Obulus kann man die Abklingzeit zurücksetzen.

Was im ersten Moment gar nicht so dramatisch klingt ist auf dem zweiten Blick ein tiefer Schnitt in die Spielmechanik, denn in den späteren Instanzen kann man sich auch PvP-Punkte erfarmen und damit einige der mächtigsten Ausrüstungen im Spiel kaufen. Das bedeutet also wer eine Menge zahlt wird dann unfaire Vorteile gegenüber anderen Spielern haben. Eine Zweiklassengesellschaft ist somit vorprogrammiert.

Doch nicht nur in Aion sieht man, dass die Schere zwischen zahlenden und nicht zahlenden Kunden auseinanderklafft, sondern auch bei Runes of Magic, denn hier läuft ohne Echtgeld in Sachen Endgame-Content nichts. Da wird für Tränke, Zugänge zu Instanzen bzw. Verzauberungen für Items ordentlich Geld verlangt. Und das bedeutet, wer später einmal Raiden möchte, muss tief in den Geldbeutel greifen und Free2Play ist das Spiel dann ganz sicher nicht mehr.

Man verstehe mich hier bitte nicht falsch, das Free2Play-Konzept ist meiner Meinung nach ein gutes und hat eine Zukunft. Bloß müssen die Entwickler eine gewisse Verhältnismäßigkeit mit ihren Item-Shops an den Tag legen. Und das ist momentan in vielen Spielen leider nicht der Fall.

Firefall ist das nächste große Free2Play-Projekt und wir können alle nur hoffen, dass die Red 5 Studios genau wissen, wo eine Grenze in ihrem Item-Shop zu ziehen ist. Denn eins ist sicher: Viele Leute sind eher bereit sich ein Spiel anzuschauen, wenn man nichts zahlen muss, sie sind aber auch genauso schnell wieder weg, wenn sie merken, dass sie ihres Geldes beraubt werden!


PS: Folge uns auf Twitter oder abonniere unseren RSS Feed, um nichts zu verpassen!

Kommentare zu "Ausgespielt: Free2Play oder Pay2Win?"

Es gibt in der Tat kaum faire f2p-Games für Spieler, die mehr als nur gelegentlich mal in einen Titel reinschauen.

Als erfreuliche Ausnahmen seien hier noch folgende Games genannt:

Lineage 2 – in dem wirklich der komplette Content frei und erspielbar ist und das vom neuen Euro-Publisher Innova vergleichsweise liebevoll betrieben wird, wo NCsoft seit Jahren versagte.

Heroes of Newerth und League of Legends – in dem die Heldenauswahl rotiert, man sich durch Spiele neue Helden freischalten kann, auf die man dann dauerhaft Zugriff hat.

Ja, League of Legends ist wirklich eines der F2P-Games, das mit sehr gutem Beispiel voran geht. Mehr solcher Konzepte und Free2Play würde für alle Beteiligten prima funktionieren!