Der Ranger lässt Blitze herab RegnenIn dieser Ausgabe von Ausgespielt möchte ich dir einen kleinen Ausblick auf einen Geheimtipp im Hack’n‘ Slay-Genre geben. Und nein, damit meine ich nicht Diablo 3, sondern Path of Exile!

Eigentlich ist es eher ein schlechtes Zeichen, wenn man sich plötzlich auf einem Gefängnisschiff wiederfindet und der Wärter einem mitteilt, dass man ins Exil geschickt und wohl nicht überleben wird. Aber man wäre so gütig, dass man noch eine Waffe auswählen dürfe. Was im ersten Moment ziemlich schlecht klingt, ist in Wirklichkeit der Auftakt zu einem großen Abenteuer im Spiel Path of Exile von Entwickler Grinding Gear Games.

GGG ist ein Indi-Entwicklerstudio in Neuseeland und Path of Exile ist das Erstlingswerk. Bei Path of Exile handelt es sich um ein Hack’n‘ Slay-Spiel wie Diablo 3 aber mit mehr oder minder größeren Unterschieden. Der erste Unterschied: PoE ist ein Free2Play-Titel, welcher vollkommen kostenlos heruntergeladen und gespielt werden kann. Jeglicher Content ist und bleibt kostenlos, das einzige, wofür man zahlen kann, ist eine größere Truhe und ein paar Model-Anpassungen ähnlich wie bei LoL.

Auf dem Gefängnisschiff soll man sich als allererstes einen der sechs Charaktere aussuchen. Fünf Charaktere sind momentan in der Closed Beta enthalten: Templer, Marauder, Ranger, Duelist und Witch. Ich entscheide mich hier für die Witch und muss mich nun noch für eine Liga entscheiden. Es gibt die normale Liga, die Hardcore-Liga und die Cut- Throat Liga (Spieler können einen angreifen und nach dem Tod komplett plündern!). Ich entscheide mich erst mal für die normale Liga, um mir das Spiel in Ruhe anschauen zu können.

Im Spiel angekommen landet man halb ertrunken an einen Strand, es ist düster und ein Sturm tobt . Das erste was einem auffällt ist die Grafik von PoE. Die erinnert einen von der Farbgebung sehr stark  an Diablo 2, aber auch sonst ist alles sehr düster. Die Wasser- und Licht-Effekte sehen für ein Indi-Spiel fabelhaft aus. Doch genug die Grafik bestaunt, man muss sich erst mal um dringendere Dinge kümmern: Wie verlässt man denn jetzt am schnellsten den Strand?

Der Strand der Untoten

Ein Blick auf die Karte (die eine 1 zu 1-Portierung aus D2 ist) verrät einem, dass man nach Osten gehen sollte. Das Problem dabei ist, dass der Strand von Untoten verseucht ist. Hier heißt es also Waffe ziehen und sich durchmetzeln. Das erste was einem auffällt: Man besitzt momentan keine Fähigkeiten. Braucht man aber auch nicht, denn die Gegner fallen relativ schnell um. Doch auch hier fällt einem nach den ersten zwei Minuten etwas auf:

  1. Die Gegner kommen in Massen und man hat ordentlich damit zu tun, sich diese vom Leib zu halten.
  2. Wenn man von einem Gegner getroffen wird, verliert man Leben und das nicht schlecht!

Gerade als Witch bekommt man besonders am Anfang ordentlich den Hintern versohlt doch Gott sei dank hat man einen Heiltrank, der dort Abhilfe schaffen kann. Der Vorteil: Auf den Heiltränken ist keine Abklingzeit wie bei Diablo 3. Doch nach drei Zügen ist das Ding leer und man fragt sich, wie man denn den Strand schaffen soll, wenn die Gegner keine Heiltränke droppen?

Die Antwort ist ganz einfach, die Heiltränke laden sich mit jeder Gegnertötung ein Stück weiter auf und man kann sich wieder einen Zug genehmigen. Gute Idee,das spart Platz im Inventar. Durch das ganze Metzeln von Gegnern bekommt man natürlich auch Erfahrung und ehe man sich versieht, wird man in eine Lichtsäule eingehüllt, die das Level Up signalisiert. Im Interface erscheint dann auch ein kleines Plus, was einen darauf hinweist, dass man einen passiven Talentpunkt zu vergeben hat.

Die erste Reaktion von mir nachdem ich auf das Plus geklickt habe, um meinen Talentbäume zu Öffnen war: Was zu Hölle ist das!? Ein riesiger, wirklich riesiger Talentbaum, der jegliche Dimensionen sprengt, erwartet einen (Der Final Fantasy 10-Talentbaum stand hier Pate).

Leerer Talentbaum bei Path of Exile

Man muss sich das in etwa so vorstellen: Man hat insgesamt 111 Punkte zur Verfügung und wird nicht mal 1/4 des Talentbaumes voll bekommen. Doch seltsamerweise, wenn man sich den Baum angeschaut hat, begreift man relativ schnell, was man haben möchte und was nicht. Welchen Weg man gehen sollte und welchen  nicht, das hängt alles vom Spielstil ab.

Ich hatte mich erst mal entschieden, den Weg von Feuer und Eis zu gehen, doch was bringen mir erhöhte Feuer und Eisschadenswerte, wenn man keine Skills hat?

Fähigkeiten sind toll

Nun, die Antwort auf die Frage bekommt man, wenn man den Strand verlassen hat (nicht ohne vorher einen Riesenzombie zu töten), denn dort erwartet einen die erste Stadt und ein NPC, bei dem man die erste Quest abgeben kann. Dieser belohnt einen nicht mit Waffen oder Rüstungen oder sogar Gold, nein, er bietet dir Juwelen an.

Diese Juwelen können in deine Waffen und Rüstungen eingelassen werden und geben dann verschieden Schadens- oder Verteidigungsboni. Doch nicht nur das, sie geben dir auch deine Fertigkeiten! Es gibt insgesamt drei Juwelenarten: Rot, Blau und Grün. Rot steht für Stärke und ist eher für Nahkämpfer mit Zweihandwaffen und Schilde gedacht, Grün richtet sich an die Bogenschützen und Kämpfer mit zwei Einhandwaffen, Blau ist für Magier gedacht.

Das bedeutet aber nicht, dass du als Marauder z.B. keine blauen Edelsteine nutzen kannst, nur meist bringen sie dir weniger als z.B einer Witch. Jedes Item hat verschieden Sockelslots, mit den jeweiligen unterschiedlichen  Farben. Ist der Juwel dort eingesetzt, aktiviert sich die Fertigkeit und der Boni. Doch keine Sorge, solltest du später deine Items wechseln, kannst du die Juwelen ganz einfach mit einen Rechtsklick aus den Items entfernen. Apropo Items, was macht man eigentlich mit den ganzen unnützen Zeug, welches man nicht gebrauchen kann? Richtig! Es beim Händler verkaufen und auch beim Händler erwartet dich eine kleine Überraschung.

Wenn du die Items verkaufen willst, bietet dir der Händler kein Gold sondern Pergamentfragmente und andere Itemfetzen an. Zum Beispiel kann man aus 5 Pergamentfragmenten eine Schriftrolle der Identifikation herstellen. Mit diesen Rollen kannst du nicht nur Items, die du findest, identifizieren sondern sie werden auch als Währung beim Händler genutzt, damit du dir dort Items kaufen kannst. So muss man sich am Anfang entscheiden: Möchte ich das Item beim Händler kaufen oder mein gefundenes identifizieren?

Gruppen? Immer her damit!

In Gruppen entfaltet sich das Spiel dann aber erst so richtig. Ich war vor Kurzem nur mit einem Kumpel unterwegs und wir hatten eine Mordsgaudi. Die normalen Mobs können schon richtig böse dafür sorgen, dass die Lebensenergie in den Keller geht. Wenn dann aber noch Champion-Monster oder sogar Bosse dazwischen stehen, dann kann es schon mal passieren, dass entweder die Heiltränke alle sind oder dass jemand ins Gras beißt. Und das auf der Normalen Schwierigkeitsstufe! Es gibt dann noch zwei weitere Stufen, die dann nochmal merklich anziehen werden.

Path of Exile – Ein richtiger Geheimtipp

Abschließend muss ich sagen, Path of Exile ist ein richtiger Geheimtipp und besonders für die Leute interessant, die Diablo 3 einfach nicht ansprechend bzw. fordernd finden. Dass das Spiel Free2play werden wird ohne jegliche Pay2win Möglichkeiten macht es nur noch interessanter. Solltest du also nach einer guten Diablo 3-Alternative suchen, die sehr ähnlich zu Diablo 2 ist, könnte Path of Exile genau das Richtig für dich sein.

Das Spiel befindet sich noch in der Closed Beta Phase, im Juni soll es aber in die Open Beta gehen und ab da an werden alle Charaktere erhalten bleiben. Solltest du aber schon mal in die Closed Beta hineinschauen wollen, kannst du dich hier anmelden bzw. dir für rund 7 Euro die Item-Shop-Währung kaufen, wodurch du einen Beta-Key Gratis dazu bekommst.


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