Alterskennzeichnungen- USKAuch diesen Sonntag entführt dich Ausgespielt wieder in die Welt der Games, doch dieses Mal steht kein Spiel im Fokus, sondern eine Institution, die jeder Gamer in Deutschland kennen dürfte: Die USK. Heute möchte ich mich mal mit dem Thema auseinander setzen, ob die USK noch zeitgemäß ist.

Sinn und Unsinn der Altersfreigabe

Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) prüft die Spiele in Deutschland und vergibt nach der Prüfung eine Alterskennzeichnung von 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren, so viel dürfte bekannt sein. Aber ist die USK noch sinnvoll? Nun, erst einmal muss ich klarstellen, dass eine Alterskennzeichnung unabdingbar ist und ich nicht diese hinterfrage sondern die USK als solches. Wie ich zu dieser Überlegung gekommen bin, ist auch relativ einfach erklärt: Ich habe schon öfter erlebt, dass einige Spiele sehr komische Alterskennzeichnungen bekommen haben. Mal ein paar Beispiele:

Command & Conquer 3 Tiberium Wars

Dieses Spiel gab es als Ab 16- und als Ab 18-Version. Der Unterschied zwischen den beiden Altersversionen war relativ marginal. Die Fanatiker (Selbstmordattentäter) der Ab 18-Version hießen in der Ab 16-Version Sprengmeister und anstatt sich in die Luft zu jagen legten sie ihre Bombe an Ort und Stelle ab und liefen dann weg. Man muss dabei noch erwähnen, dass man in der Ab 18-Version nicht einmal direkt gesehen hat, wie der Fanatiker stirbt. Dieser rennt einfach nur zu einem Ziel, es gibt eine Explosion und das war es – keine Leichenteile, nichts.

Doch richtig lachhaft wurde es mit der Superwaffe von NOD. Diese war in der Ab 18-Version eine Atombombe, in der Ab 16-Version wurde sie in Aurorabombe umbenannt. Sonst blieb alles gleich, der Atompilz erscheint beim Aufschlag und das wars auch schon. Als ob ein 16 Jähriger nicht sehen würde, dass dies eine Atombombe ist. Viel mehr würde mich interessieren, warum man überhaupt einem 16-Jährigen den Anblick einer Atomexplosion ersparen möchte? Darauf habe ich bis heute keine Antwort gefunden.

Prototype 1 und 2

Prototype 1 ist in Deutschland nie offiziell erschienen, da es keine Alterskennzeichnung bekommen hat. Prototype 2 hingegen wurde ab 18 freigegeben und das vollkommen zu recht! Doch auch hier ist der Unterschied zum ersten Teil was dem Gewaltgrad anbelangt kaum vorhanden. Wieso also hat der erste Teil keine Altersfreigabe bekommen, der zweite Teil jedoch schon?

World in Conflict

Noch deutlicher wird die mehr als nur seltsame Alterseinstufung der USK bei World in Conflict, ein Strategiespiel von Ubisoft. Hier gab es auch wieder zwei Einstufungen, eine ab 16 und eine ab 18 und auch hier wurden zum Großteil wieder nur die Namen geändert.

Die Atombombe wurde zu BFB (Big Fucking Bomb), der Napalm-Angriff wurde in den Antivegetationsschlag umbenannt. Aussehen tun die Effekte immer noch gleich: Die Atombombe hat einen Atompilz inklusive radioaktiver Verseuchung und der Napalm-Angriff fackelte auch in der Ab 16-Version alles ab. Warum die USK nur wegen der Namen dann eine Ab 16-Einstufung vergeben hat, begreife ich ebenfalls bis heute nicht.

Warum USK und nicht PEGI?

Generell bin ich der Meinung, dass man die Alterseinstufung überarbeiten sollte, denn gerade die Lücke zwischen Spielen ab 12 und ab 16 ist zu groß. Hier sollte es meiner Meinung nach noch etwas dazwischen geben wie z.B. ab 14 o.ä., denn es gibt einige Spiele, für die wäre ab 12 Jahren sicherlich nicht richtig, ab 16 Jahren wiederum zu hoch (besonders Strategie-Spiele fallen dort gerne mal in diese Kategorie).

Doch die USK ist sowieso wieder so eine Extrawurst für Deutschland. In ganz Europa stuft die PEGI die Spiele ein und macht das in meinen Augen wesentlich besser als die USK, denn bei der PEGI gibt es nicht nur ein Schildchen, auf dem steht ab wie viel Jahren das Spiel ist, sondern es werden noch extra Symbole angebracht, die zeigen was genau im Spiel enthalten ist, z.B. Drogen, Gewalt, Schimpfwörter, Diskriminierung usw. Das fehlt der USK vollkommen und gerade da sollte nachgebessert werden!

Wie oft stand ich schon im Media Markt und ein Kind geht mit einem Spiel zu seiner Mutter und sagt, dass es das haben will. Die Mutter schaut auf das Altersschild, sieht die 12, stellt wohl fest, dass ihr Kind alt genug dafür ist und kauft es. Ich stehe dann meist daneben und denke mir: „Also bei aller Liebe, aber ob sie das gekauft hätte, wenn sie wüsste was dort für Themen vorkommen?“ Dieser Problematik beugt die PEGI durch ihre Inhaltsangaben in meinen Augen wesentlich effektiver vor als die USK.

Zum Schluss muss man sagen: Ja, man braucht eine Alterseinstufung, sei es nun die PEGI oder die USK. Die Spielebranche hat sich in den letzten Jahren rasant weiter entwickelt, die USK aber leider nicht. Dort hat sich außer ein paar größere Schilder auf der Verpackung nur wenig geändert und viele Alterseinstufungen sind kaum bis gar nicht nachzuvollziehen. Schade eigentlich.


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Veröffentlicht in: News