Der Erzengel TyraelOk, sind wir ehrlich, irgendwie haben fast alle auf Diablo 3 gewartet. Egal wie toll oder schlecht man es vor dem Release fand, so ziemlich jeder hat es sich geholt. Auch bei mir im Kumpelkreis, in dem 80% der Leute gesagt haben „Nein danke, kein Diablo 3“, haben sich nun gut 70% davon das Spiel geholt. Auch ich habe es nun ausgiebig getestet und bin zu einem gemischten Eindruck gekommen.

Ich hatte Diablo  1 und 2 eine lange Zeit immer und immer wieder durchgespielt und dementsprechend hatte ich natürlich gewisse Erwartungen an Diablo 3. Das erste was ich sagen muss ist, dass die Beta von Diablo 3 zumindest mir einen sehr schlechten Eindruck vom Spiel vermittelt hat und auch wenn jetzt einige sagen werden „Ja natürlich, das ist ja nur eine Beta“ muss ich da widersprechen.

Ich habe viele Spiele gesehen, in denen es hieß „Das was ihr hier seht ist Beta, das kann sich alles ändern“. Am Ende hat sich außer Bugfixing gar nichts getan und die groben Schnitzer blieben erhalten. Daher war es schon richtig nach dem Gezeigten aus der Beta skeptisch zu sein.

Doch die Beta war vorbei und der Release stand an. Das erste, was Blizzard mal wieder bewiesen hat war, dass sie ihre Spiele und ihre Wirkungskraft vollkommen unterschätzt haben. Der Launch war mal wieder ein technisches Desaster, leider. Und auch die Abschaltung letzten Sonntag wird nach meiner Erfahrung nicht die letzte gewesen sein. Aber genug über die Technik gemeckert, wenden wir uns dem Spiel zu.

Oh, ich bin tot…

Das erste positive was Blizzard geschafft hat, ist mich Lügen zu strafen, dass es nicht schwieriger wird. Nach dem Skelettkönig zog der Schwierigkeitsgrad deutlich an und ich bin zwar nicht gestorben, war der Sache aber ziemlich nahe gekommen. In Akt 2 durfte ich dann beim Endboss das erste Mal den Sterbe-Bildschirm sehen und das gleich mehrmals!

Ein bisschen gefrustet war ich irgendwie schon, besonders da es davor ja relativ einfach ging! Und was ich mich dabei wirklich noch frage ist, warum ich nach dem Tod mehrere Sekunden warten muss, bis ich von Neuen anfangen darf? Jedenfalls steigert sich der Schwierigkeitsgrad merklich mit jedem Akt und mit jeder Schwierigkeitsstufe. Das gefällt mir und Blizzard sollte daran nicht mehr so viel drehen!

Drehen sollte Blizzard auch nichts mehr am Skillsystem! Ich bevorzuge zwar die Baumstruktur, aber Blizzards System ist ziemlich flexibel und hat auch was für sich. Die Zukunft ist es meiner Meinung nach nicht, nur ein etwas anderes System, was durchaus seinen Verwendungszweck besitzt.

Etwas weniger angetan war ich von der Grafik, dieser Mix aus satten, kräftigen und heiteren Farben und dazu eine doch düstere Welt will mir nicht so richtig zusammenpassen. Bei Diablo 1 und 2 war selbst die Farbpalette recht düster ohne trist zu wirken. In Torchlight 2 zum Beispiel sind auch diese hellen Farben enthalten, aber dort versucht man auch keine verwundete düstere Welt rüberzubringen. Aber auch hier ist es ganz klar Geschmackssache und nichts, was man Blizzard vorwerfen kann.

Alle Klassen sind besser als meine, immer!

Klassen in Diablo 3Über das Klassenbalancing zu reden macht es schon schwieriger. Die Klassen haben alle ihre Stärken und Schwächen, das macht es ziemlich ausgeglichen, aber auch hier stechen einige Klassen, z.B. der Mönch mit seinen vielen Heilungen doch etwas hervor. Zwar kann es in einem Spiel, in dem es kein PvP gibt, ziemlich egal sein, wie stark eine Klasse ist, aber der nächste Neider wartet sicherlich schon um die nächste Ecke (vom Inferno-Modus reden wir besser nicht).

Apropos Ecken! Ecken und Kanten habe ich in dem Spiel noch so gut wie gar nicht gesehen, das ist ein doch starker Pluspunkte. Doch dann rufe ich mir wieder etwas ins Gedächtnis, was das Ganze wieder ziemlich zunichte macht: Die Entwicklungszeit. 2006 wurde Diablo 3 komplett neu entwickelt obwohl es fast fertig war und man hat jetzt also 6 Jahre für dieses Spiel benötigt, da erwarte ich einfach, dass es bugfrei ist. Sowieso ist diese Entwicklungszeit für ein Hack’n’Slay-Game ziemlich einzigartig, gerade wenn man sich vor Augen hält, was Blizzard in den 6 Jahren geschafft hat.

Und das ist auch wirklich mein größter Kritikpunkt an dem Spiel. Schaue ich mir mal Path of Exile oder Torchlight 2 an, die in etwa denselben Umfang wie Diablo 3 haben aber in der Hälfte der Zeit  (und mit weniger Leuten) programmiert wurden, dann frage ich mich schon ein bisschen, was Blizzard eigentlich alles in der Zeit gemacht bzw. komplett verworfen hat.

Mein Fazit: Diablo 3 ist ein gutes Spiel, aber auch leider nur gut. Keine Revolution, keine großartigen Neuerungen, aber mit ordentlichem Spaßfaktor. Die durchzechten Nächte wie ich sie mit Diablo 2 hatte, werden aber nicht wieder kommen.

Was mich natürlich nun „höllisch“ interessieren würde: Wie fällt dein bisheriges Fazit zu Diablo 3 aus? Hat es deine Erwartungen erfüllt oder hast du auch den einen oder anderen Kritikpunkt? Ich freue mich über deine Meinung als Kommentar zu dieser Kolumne! 🙂

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Kommentare zu "Ausgespielt: Diablo 3 – Höllisch gut oder höllisch daneben?"

hmm von
Oh, ich bin tot…

hätte ich mir merh erwartet bist du noch nicht am Ende von Hölle doer gar Inferno?

da tritt auch dannd er sinn des Timers beim sterben in Kraft. Viele Gelbe und Blaue Bosse schafft man nur durch dauersterben. zB als Fernkämpfer alles mit Unsterbliche Diener + Mortar am besten dann noch mit Waller und Illusionen :-/

Mhh also ich verstehe den Timer auch nicht, du wirst schon genug bestraft das du dich durch sterben musst. Warum muss man danach noch "kurz" warten das demotiviert mich. Und ich sterbe, wo wir gerade bei dem Thema sind, nicht weil ich was falsch mache sondern weil das Spiel entscheidet das ich jetzt sterben muss!

Ich bin Nahkämpfer ist sowieso etwas nerviger und dann Wärter plus irgend ne andere Fertigkeit noch dazu bedeutet im Singel Modus Tod.

Ich habe spiele gespielt die waren fordernder und schwieriger als D3 und ich habe daran Spaß gehabt weil ich wusste oh da habe ich ein Fehler gemacht.

Bei Diablo3 bin ich so weit das ich weiß das ich kein Fehler gemacht habe und ich dennoch sterben muss, das regt mich zur Zeit maßlos auf.

Aber davon hat der Autor auch nicht gesprochen glaub ich^^

Ich bin ziemlich begeistert von Diablo 3. Das mit der Grafik ist Geschmackssache und stört mich nicht, verstehe aber was dein Kritikpunkt ist.

Das mit dem Durchsterben ist in der Tat so. Ohne Auktionshaus wäre das Spiel viel zu frustrierend. Mit den halbwegs richtigen Items geht es dann aber doch wieder sehr viel leichter von der Hand.

Ein bisschen Schade finde ich dabei, dass dadurch wirklich eine Abhängigkeit vom AH entsteht. Eigene Drops kann ich fast durchgehend in die Tonne kloppen – wenn ich nicht shoppen gehe wird es zunehmend unschaffbarer. Dafür ist es nach der Shopping-Tour wieder ok.

Es ist alles eine Frage von Equip und dem wissen wie man es einsetzt. Z.B.: "life on hit" ist im Gegensatz zu "lifeleech" nicht abhängig vom Schwierigkeitsgrad, sondern von den Attacken die man macht. Der Barbar hat in Inferno mit den passenden Klamotten keinerlei Schwierigkeiten, wie es mit den anderen Klassen ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilen.

In welchem Schwierigkeitsgrad befindest ihr euch denn ? Ist es Normal/Alptraum/Hölle oder Inferno ? Und was heisst hier ohne Ah kommt man gar nicht aus ? Die Leute die das Zeug ins Ah gestellt haben müssen doch auch mal ohne ausgekommen sein. Und zudem frage ich mich wie man behaupten kann nichts falsch gemacht zu haben und trotzdem zu sterben. Ich habe jetzt mit dem Barbar alles bis auf Inferno solo gecleart und auch ohne Ah gespielt.Meine 3 Freunde von mir habens auch solo gecleart und auch ohne Ah( Mönch/ Zauberer/ hexendoc.) Und ich kann euch mit gewissheit sagen wir sind keine großartig guten Spieler. Worauf ich hinaus möchte ist einfach nur Leute wundert euch nicht wenns mal nicht ohne sterben geht:) Und der Timer nach dem Tod ist da damit sich die Elitegegnger reggen können und man nicht mit level 10 nen lvl 10000 mob killt. Spielt quest für quest hebt alles auf und jeder bewältigt normal bis Hölle. Und zu Inferno Ja es ist schwer aber hey es ist inferno ^^ ein schwierigkeitsgrad nach hölle ! es soll einfach schwer sein! aber bewältigen kann mans trotzdem haben ja schon ein paar gescahfft unter anderem auch jemand solo.

Leandem sagt:Und ich sterbe, wo wir gerade bei dem Thema sind, nicht weil ich was falsch mache sondern weil das Spiel entscheidet das ich jetzt sterben muss!…

Ich kann dir nur zustimmen ich habe nu mit mage+dh inferno durch(mit ah)und wäre ich nich mit pa kollegen im ts gewesen(geteiltes leid usw :P)
hätte ich das game in der ersten woche von der platte genommen!

wen man zb 24k dps hat und 55k hp und (ich gehe von meinem def mage aus)da kommt ein trashpack mit 5-10 200-500k mops die einen skill haben den ich nicht countern kann (bedenke man kann ja nur 6 skills einpacken)und die mit 15k hits+eventuell mörser/ae zulangen ist man in sec down! sehr schön ist es auch wen man zb in eine ecke gezogen wurde und 5 gebrüder "ich kicke dich mit jedem hit zurück" um einem stehen.einerseits is das rnd system ne tolle sache andererseits sollte man zumindest manche kombis unterbinden(und manchen mops die ehh schon nerfige skills haben generel nur begrenste +skills verpassen) aber das wäre dan ja kein diablo und mit sicherheit wäre das game in 3 jahren noch nich drausen XD.

man kann aber auch nicht sagen das game ist schlecht es ist halt nur ein diablo also zu heutiger zeit ein "besseres"-browsergame.

btw "hack and slay" ist was anderes D3 ist ein"kite and die game" 😛 mfg