Das Logo der Double Fine Studios um Tim Schafer und Ron GilbertIn der heutigen Ausgabe unserer Spiele-Kolumne Ausgespielt werden wir uns ein neues Projekt anschauen, das in Zukunft vielleicht wirklich dafür sorgen könnte, dass der Stimme der Community wieder etwas mehr Gewicht beim Publisher verliehen wird. Um was es sich dabei handelt und ob das alles so reibungslos klappt, erfährst du hier.

Es braut sich was zusammen

Die Publisher spüren es, etwas Unheilvolles braut sich am Horizont zusammen. Etwas so Böses, dass selbst die ganz Großen der Branche kalte Füße bekommen. Ein neuer Publisher formiert sich, der so wie es aussieht unendliche Mengen an Ressourcen zu Verfügung hat, wenn es darum geht, ein Spiel zu finanzieren. Der Name des neuen Publishers lautet: Kickstarter. Aber wer ist dieser Kickstarter eigentlich, warum hat der so viel Geld und warum könnten sich die Publisher vor dem fürchten?

Nun, erst einmal ist Kickstarter kein wirklicher Publisher sondern eine Online-Plattform, auf der man Geld an verschiedene Projekte überweisen kann. Wenn z.B ein Entwickler ein Spiel raus bringen will, aber kein Geld hat und sich auch nicht einen Publisher unterwerfen möchte, kann er bei Kickstarter das Projekt anmelden. Er gibt dann nur noch an, wie viel es kosten wird und was die Leute im Rahmen des Projekts eigentlich erwartet.

Ist das geschehen kann jeder große oder kleine Geldbeträge in das Projekt einzahlen. In einer gewissen Zeit muss dann das angegebene Geld zusammen kommen. Sollte das nicht geschehen, wird das Projekt nicht weiterverfolgt und der Entwickler sieht auch kein Geld. Ist aber in der vorgegebenen Zeit das benötigte Geld oder sogar noch mehr zusammen gekommen, fließt das gesamte Geld zum Entwickler und er kann seine Arbeit beginnen.

Das beste Beispiel dürfte hier wohl Double Fine sein. Das Entwickler-Studio wollten ein neues Adventure kreieren und brauchte dafür Geld von der Community. Erklärtes Ziel war es, bis zum 13.03.2012 400.000$ zusammen zu bekommen. Am 13.03. hatten sie dann insgesamt 3.336.371$ erreicht! 87.142 Menschen haben in das Projekt eingezahlt.

Sterben Publisher aus?

Stolze Zahlen, soviel steht fest, doch dadurch dürfte auch klar werden, warum die meisten Publisher nicht ganz so begeistert sein dürften. Vor Jahren waren Publisher einfach eine Pflicht. Man brauchte das Geld, konnte sich ungestört auf die Entwicklung konzentrieren und musste sich um so gut wie nichts anderes mehr kümmern. Die ganze Logistik, das Marketing usw. blieb beim Publisher hängen. Dafür bekam dann der Publisher einen gewissen Grad der Einnahmen vom Spiel und wenn er Glück hatte sogar einen Kassenschlager, den man mit weiteren Teilen immer weiter ausschlachten konnte.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass Publisher immer noch gebraucht werden, da ja 3 Millionen Peanuts im Vergleich zu den Großprojekten sind. Das ist natürlich richtig, dennoch zeigt es einen interessanten Weg, denn im digitalen Zeitalter kann man eine Menge Kosten sparen, um ein Spiel an den Mann zu bringen. Mit dem Breitband-Internet kann man fast jedem das Spiel zugänglich machen und spart sich die Kosten der CD-Herstellung, des Covers, der Logistik usw. Und dank YouTube, Facebook, Google und Co. braucht man auch keine Unsummen mehr, um sein Projekt bekannt zu machen.

Doch damit nicht genug! Die Entwickler können dank Crowdfunding auch ungestört arbeiten, ohne jedes mal mit dem Publisher abzusprechen, ob denn das Entwickelte auch wirklich so okay ist. Als wenn das nicht schon eine Menge guter Punkte wären, gibt es noch einen interessanten Punkt dazu: Der Entwickler kann auch mal Ideen umsetzen, die für einen Publisher zu gefährlich sind (Innovationen)!

Natürlich wird man bei größeren Projekten immer noch einen Publisher benötigen, aber gerade kleine Projekte bzw. Studios könnten hier ihren Erfolg feiern. Ob die Publisher auf diese Umstellung reagieren werden, bleibt abzuwarten. Ich für meinen Teil rechne erst einmal nicht damit, dass die Publisher reagieren. Sollten die Publisher Crowdfunding jedoch wirklich komplett ignorieren, dann wird es ihnen vielleicht irgendwann genauso  ergehen wie den Dinosauriern. Und was mit den geschehen ist, wissen wir ja…


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Ausgespielt: Der Tod der Dinosaurier – Publisher in Gefahr?"

Da bin ich ja mal gespannt, was uns in dem Spiel erwarten wird. Das Know How im Marketing-Bereich würde ich nicht als unwichtig erachten. Aber heute gibt es, wie du auch schreibst, gute Möglichkeiten ein Spiel viral werden zu lassen.

Nun ja die Publisher werden nicht so schnell sterben, aber eine Alternative zu haben, besonders für kleine Studios und Projekte ist schon mal nicht schlecht!