Logo von THQUnd auch diesen Sonntag durchleuchtet unsere Spiele-Kolumne Ausgespielt wieder die Spielwelt nach interessanten Themen. Heute schauen wir uns den doch sehr angeschlagenen Entwickler THQ an und warum der Konzern eigentlich selbst für seine Misere verantwortlich ist.

Vor gut 20 Jahren wurde die Firma THQ (Toy Head-Quarters) in Kalifornien gegründet und begann schnell mit dem Aufstieg in den kleinen aber elitären Publisher-Olymp. Im Mai 2004 machte THQ dann den ersten großen Schritt, indem das Unternehmen die Homeworld-Macher Relic Entertainment aufkauften. Diese brachten dann auch im September 2004 ihr Erstlingswerk unter der neuen Schirmherrschaft heraus: Warhammer 40k: Dawn of War.

Das Spiel bestach zur damaligen Zeit nicht nur mit einer atemberaubenden Grafik, sondern auch mit noch nie gezeigten Finishing Moves beim Ausschalten der Gegner (siehe Video) und durch Massenschlachten wie sie noch kein Spiel vorher gesehen hatte. Das Spiel wurde ein voller Erfolg, es bekam überall hohe 80% -90%Wertungen und auch die Verkaufszahlen konnten sich absolut sehen lassen. Danach folgten noch einige sehr gute Addons und bis 2007 sah die Zukunft sehr rosig aus. Doch dann muss etwas beim Publisher passiert sein, das bis heute noch viele Leute rätseln lässt.

Warhammer 40k Dawn of War E3 2004 Trailer

Einer leiser Abgesang wehte durch den Flur

THQ baute eine neue Unterkategorie in ihrem Unternehmen auf, die Play THQ Division. Hinter dem Namen verbirgt sich kinderfreundliche Software. Was am Anfang sicherlich eine gute Idee war, hätte sich bei näherer Betrachtung als Desaster herausstellen müssen, denn THQ entwickelte kein eigenes Franchise sondern kaufte dieses bei Disney oder Nickelodeon (SpongeBob Schwammkopf) ein.

Natürlich wollten die Lizenzinhaber eine Menge Geld dafür haben, doch durch die gute Zusammenarbeit mit Gamesworkshop und der Warhammer-Lizenz geblendet, war es THQ das Geld wert. Dabei haben sie bloß die wichtigste Sache nicht bedacht: Wer soll das Geld wieder reinbringen?

Natürlich die Kinder, doch da hat sich THQ gewaltig verzockt, denn die Kinder haben meist gar nicht die Mittel, um 45 € oder mehr für ein Computer-Spiel auszugeben. Das übernehmen dann die Eltern und da diese meist bei Spielen total überfordert sind, werden die Kinder gefragt, was diese denn haben wollen. Und sind wir mal ehrlich, wenn ein Kind die Wahl zwischen World of Warcraft oder Wall-E hat, für was wird sie sich wohl eher entscheiden?

Ein Sturm lässt die Wände einstürzen

Doch so richtig wollte das bei THQ scheinbar keiner wahr haben, denn das Entwickeln ging fleißig weiter, genauso wie die Flops in diesem Bereich. Im Jahre 2009 gab es dann wieder einen Lichtblick in der doch eher dunklen Zeit des Unternehmens: Dawn of War 2 kam in die Läden. Auch hier waren die Wertungen wieder sehr gut, da Relic das gemacht hat, was viele schon seit Langem forderten: Etwas Neues!

Dawn of War 2 war ziemlich umgekrempelt worden. Die Helden wurden sehr wichtig und konnten Items tragen, im Level aufsteigen und die Massenschlachten wurden in kleinere Scharmützel umgewandelt. Doch diese Neuerungen hatten ihren Preis. Die Community ist bis heute mehr als nur zerstritten darüber, ob das Spiel nun besser oder schlechter ist als der 1. Teil. THQ erholte sich dank Dawn of War 2 wieder etwas von den schlechten Play THQ-Verkäufen, nur um dann gleich wieder ins nächste Fettnäpfchen zu treten, denn sie kündigten das uDraw GameTablet an, ein 70$ teures Hardware-Stück für die Wii.

Grabrede

Das uDraw GameTablet verschlang Unmengen an Geldern, die THQ schon damals kaum hatte und es kam noch schlimmer. Die Hardware wurde ein totaler Flop, die Entwicklungskosten wurden nicht mal im Ansatz eingespielt und THQ sah sich gezwungen, die Entwickler des Tablets zu entlassen. So traurig das sein mag, so sehr hat es wohl geholfen, dass THQ wach gerüttelt wurde.

THQ begann damit, überflüssige Studios zu schließen und die Sparte Play THQ einzustampfen. Das war auch bitter nötig, denn der Publisher steckt tief in den roten Zahlen und muss sich nun ganz auf seine Core Games konzentrieren. Selbst das MMO zu Warhammer40k steht in den Sternen. Ob THQ sich noch einmal aufrappeln kann, wird sich in diesem Jahr zeigen, denn bis jetzt sieht es nicht sehr gut aus für den Gefallenen aus dem Publisher-Olymp.

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Veröffentlicht in: News