Hollywood-Hase bei FarmeramaEs ist Sonntag und „Ausgespielt“ geht wieder den wichtigen Dingen im Gaming-Bereich nach. Heute dreht sich alles um die Definition eines Casuals, MMOs, die die breite Masse ansprechen möchten und Fehler, die meiner Meinung nach von Entwicklern besonders bei der Auslegung des Begriffs Casual gemacht wurden.

Casualifiziert – das Wort gibt es erst so gar nicht und dennoch hört es sich nach irgendeiner Krankheit an. Doch Casual zu sein ist keine Krankheit, obwohl einige Leute da draußen anderer Meinung sind. Casuals sind normalerweise Leute, die aus verschiedenen Gründen nicht so oft spielen wollen oder können. Sie spielen dann meist ein bis zwei Stunden am Tag und das auch nicht täglich.

Bei einigen Leuten hat sich aber auch schon die Zusatzdefinition des Casuals eingebrannt. Wenn man also ein paar Leute fragt, wie sie denn einen Casual Spieler definieren würden, wird man zwangsweise auch folgende Antwort bekommen: „Casuals, dass sind doch die Spieler, die so wenig Zeit haben, alles in den Arsch geschoben bekommen und dafür nicht groß nachdenken wollen.“

Casuals wollen es einfach?

Auch einige Entwickler scheinen dieser Auffassung zu sein! Immer mehr neue MMOs, die die breite Masse ansprechen wollen, verlangen so viel Eigeninitiative wie dem Navi sagen zu müssen wohin man möchte. Aber man verstehe mich nicht falsch. Ich sehne mir nicht die alten MMO-Tage wie vor WoW herbei. Ganz im Gegenteil, einige Verbesserungen waren sogar nötig. Ein Questhelper, der dir sagt wo du hin musst? Ja gerne! Ein Questhelper, der dir ganz genau sagt was du tun musst? Nein danke!

Warum also trivialisiert man alles? Diese Frage stelle ich mir schon ziemlich oft und oft bekommt man dann von den Entwicklern die Antwort, dass das Spiel ja auch für die breite Masse und die Casuals gedacht sein soll. Bei dieser Antwort stelle ich mir ernsthaft die Frage, wer den Entwicklern erzählt hat, dass Casuals es einfach mögen?

Das beste Beispiel für die Ernsthaftigkeit meiner Frage dürfte Skyrim sein. Das Spiel ist nicht unbedingt einfach und ist durch seine Größe und Möglichkeiten sehr zeitaufwendig. Dennoch sind die Verkaufszahlen von Skyrim hervorragend (nach dem ersten Monat 10 Millionen ausgelieferte Exemplare) und ich kenne viele im meinen Umfeld, die sich durchaus als Casuals bezeichnen und es dennoch spielen! Und dieser Punkt bringt mich wieder zu meiner anfänglichen Frage: Warum sind einige Leute/Entwickler der Meinung, dass Casuals es so trivial wie möglich haben wollen?

Entwickler machen es sich einfach!

Mir bleibt bis jetzt nur eine Erklärung, die mich aber nicht sonderlich zufrieden stellt: World of Warcraft! Blizzard hat das Spiel immer einfacher gestaltet und dennoch kamen viele neue Leute zu dem Spiel. Ergo muss sich irgendwo bei den Entwicklern festgesetzt haben: „Einfach ist Kult, das machen wir auch!“ Leider hat das nie ganz geklappt, wie viele feststellen mussten.

Everquest 2 ist dort ein tolles Beispiel, genauer gesagt das Craften im Spiel. Dort musste man nämlich, wenn man z.B an der Schmiede stand, selbst darauf achten, dass die Hitze hoch genug ist, man musste das Metall bearbeiten, abschrecken, wieder erhitzen usw. Wenn man sich ein…, sagen wir mal, neues Schwert erstellt hatte, wusste man danach genau, was man getan hatte und desto besser man es gemacht hat, desto besser war auch das Schwert gewesen. Aber was wurde aus dem Crafting System nach Erscheinen von WoW gemacht? Man hat einfach das Crafting aus WoW „nachgepatched“ und man musste jetzt nur noch auf den Button Erstellen klicken und warten, bis der Balken voll lief. Was die Community darüber gedacht hat, brauche ich glaube ich nicht erklären. Und im Spiel gab es sicherlich auch eine Menge Casuals…

Was mich auch schon zu meinen Schlusspunkt bringt: Die Entwickler sollen endlich aufhören, immer wieder die Casuals als Vorwand für ihre Ideenlosigkeit bzw. Einfachheit neuer Inhalte vorzuschieben. Auch einige Spieler sollten sich mit dem Satz „Ja, das wurde alles nur so einfach, weil es die Casuals wollten“ etwas zurückhalten, denn Leute, die zwar wenig Zeit haben aber dennoch gefordert werden wollen, gibt es wie Sand am Meer! Gehörst du auch dazu?


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Veröffentlicht in: News

Kommentare zu "Ausgespielt: Casualifiziert – Willst du es einfach?"

Super Kolumne! In manchen Regionen habe ich sogar fast den Eindruck das "Casual" als Beleidigung und Abwertung genutzt wird. Das ist, als würde man auf einem RP-PvP Server spielen, weil man denkt dass der durchschnittliche RPler schlechter im PvP ist. Vorurteile über Vorurteile. 😉

Aber ich glaube, dass die eigentliche Bezeichnung "Casual Gamer" im Bereich MMO & Co sowieso nicht treffend ist. Casual Games sind für mich Browsergames, Facebook-Spiele & Co. Wer WoW, SWTOR oder auch Skyrim spielt, ist imo nie wirklich ein Casual Gamer. Er muss deshalb auch kein Hardcore Gamer sein, aber die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, wie ich finde.

Diese Weltansicht kann ich leider nur all zu gut nachvollziehen. Ich bin genau in der Generation, die (sofern es sich die Eltern leisten wollten/konnten) exakt mit dem Beginn des e-Gamings ihre Kindheit erlebt hat. Mein erstes Teil war ein Atari (das teil ist noch weit Pre-PC-Ära für die Unwissenden) und die Spiele darauf waren graphisch weniger ansprechend als das heutige Windows-Solitair. Da hat nur der gespielt den es angesprochen hat, und die waren dann auch dementsprechend bei der Sache.

Bald danach kamen das NES und der erste Gameboy auf den Markt, dicht gefolgt von etwaigen SEGA Konkurrenzprodukten. Alle Spiele zu dieser Zeit waren (freundlich ausgedrückt) SAUSCHWER und ein durchspielen oft (in meinem Alter) garnicht machbar, oder nur mit sehr viel Glück. Auch heute noch bieten einige der alten Konsolenhits eine wirkliche Herausforderung für die die sie noch nicht kennen.

Als dann der SNES und die PS1 den Markt erreichten, schaffte es IMO die Spieleentwicklung auf den bisherigen Höchststand, was die Mischung aus Spielspaß und Schwierigkeitsgrad angeht. 'Casuals' konnten die Spiele damals bereits schaffen. Leistbar war langsam aber doch auch alles. Man musste halt per Trail'n'Error ne Weile rumfailen, aber der Mensch lernt ja dazu. Eine Eigenschaft, die bei den Spieleentwicklern scheinbar nicht mehr zu finden ist…

Ich persönlich mache 2 Dinge für die darauffolgende Entwicklung verantwortlich:
-Die rapide Entwicklung der Hardware
> Seit Windows XP herauskam und das erste 3D-Spiel mit sich brachte kursiert der Trend, grafische Perfektion über einen sinnvollen Spielplot und gute Spielmechanik zu stellen. Alle Spieleschmieden bis auf Blizzard (auch da wird die Grafik besser, aber in keinem ihrer Games steht die Grafik im Vordergrund) sind diesem Trend bis ins Letzte verfallen.

-Der enorme Anwuchs der Spielergemeinschaft und die Änderung des Konsumentenverhaltens
> Internet ist billig und verfügbar, Spiele sind leistbar und Foren gibt es zu jedem Spiel schon Monate bevor das Spiel überhaupt in die Betaphase kommt. Früher wurden Spiele im Sinne des Erfinders programmiert, released und angenommen oder als Flopp abgelehnt. Heute Enden die größeren Games alle als ein Durchschnittswert von dem, was die Fanbase erwartet (was halt so im Forum steht), damit ordentlich am Release die Kasse klingelt. Was die Entwickler hier jedoch nicht sehen, ist: Ist der Spieler der da hinter dem Nick 'L33t0rH@XXU' steht ein Casual, ein Pro, oder vielleicht sogar ein E-Sportler? Alle werden gleich behandelt und darunter leidet dann für alle gleichmäßig die Qualität des Spiels.

So xD Lange Rede kurzer Sinn… (Oh Gott -.- ich kling wie ein alter Sack) Früher war alles besser 😛 Will die SNES-Zeit zurück ^^ mit MMO-Erweiterungen 😀

Oh ja da ist was dran. Aber was mich persönlich in den "alten Zeiten" störte ist, dass der Schwierigkeitsgrad öfters darin definiert war, das Level auswendig zu lernen. Das ist bei Mario Bros oder Donkey Kong auf der Wii auch heute noch so. Es ist an vielen Stellen nicht schaffbar, wenn man nicht schon mal da war und genau weiß was auf einen zukommt.

Das wiederum ist ein "Schwierigkeitsgrad" der auch so seine Ecken und Kanten hat. Weil streng genommen macht man es sich als Entwickler dadurch recht einfach. Eine echte Herausforderung würde ich mir noch einen Tick ausgereifter vorstellen. Es darf schwierig bleiben, aber das auswendig kennen des Levels sollte nicht Grundvoraussetzung sein.

Hm ich weiß, dass meine Meinung (da es meine Lieblingsspielserie ist) ein wenig gefärbt ist, aber dies bezüglich will ich auf die Metroid-Teile 1-3 zeigen (1 NES, 2 Gameboy, 3 SNES). Eine Spieleserie mit fetter Fanbase seit Beginn (eine von Nintendos größten) und das, obwohl der erste Teil ohne solchen Auswendig-lern-Stellen einfach auf Grund der Härte des Lebenspunkte/Char-Reaktion/Gegnerschaden-Verhältnisses echt eher auf Asiaten zugeschnitten war (ich spiele hier auf ein Klischee an, für die die das nicht verstehen).

Bis Teil 3 wurde die Serie zusehends Casual-freundlicher und selbst ich mit meinen 10 Jahren damals konnte das Spiel mit viiiiiel Trial&Error durchrocken und hatte mächtig Spaß dabei. Und das ist sicher nicht das einzige Game, das früher so war (ich denke da zb an Terranigma, Zelda 1-3, Secret of Mana, Breath of Fire, R-Type und ähnliches im RPG/Action-Bereich)

Heute ist die Serie (Metroid) bei Teil… glaub 7 angelangt und der Schwierigkeitsgrad von Teil 3 wurde in etwa beibehalten. Warum geht es auf der Konsole und nicht am PC oder bei MMOs? Ich persönlich glaube wirklich, dass es mit der vorher von mir erwähnten Fanbase-Berücksichtigung zu tun hat. Im Konsolensektor ist diese noch weitgehend unverbreitet.

Ich mag es lieber etwas schwieriger damit verbinde ich aber weniger auswendig Lernen.